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Subject: T.O.P.: GambitTiger 2 aggr.SS8 - DeepFritz, END OF TOURNAMENT!! (German)

Author: Harald Faber

Date: 02:30:48 09/13/01


Mein Mammut-Turnier ist endlich beendet!

Im letzten Match des Turniers trennen sich GambitTiger 2 aggressiv/SS8 und
DeepFritz gerecht mit 5.0-5.0 unentschieden. 8 Remisen und nur 2 entschiedene
Partien sprechen eine deutliche Sprache. In den Remispartien gab es insgesamt
leichte Vorteile für DeepFritz, die aber nicht gross genug waren, um
entscheidend das Match für sich zu entscheiden.

Damit geht das seit Mai diesen Jahres andauernde Turnier zu Ende, das mit 455
(!) Turnierpartien (von denen letzlich 400 in die Vergleichswertung eingehen)
eines der grössten (wenn nicht sogar DAS grösste) privaten Turniere auf
Turnierstufe ausserhalb der schwedischen SSDF darstellt. Abstriche müssen
sicherlich bei der verwendeten Hardware gemacht werden, 500-600MHz sind nicht
unbedingt state-of-the-art und waren es auch nicht zu Turnierbeginn. Viele
Anwender machen jedoch das MHz-Wettrüsten nicht unverzüglich mit und dürften
noch Rechner in dieser Grössenordnung, evtl. bis 800MHz ihr eigen nennen und
deshalb dieses Turnier mit grossem Interesse verfolgt haben.

Als kurzes Fazit lässt sich wohl feststellen, dass die Ergebnisspanne von
59-65.5% bei einer Menge von jeweils 100 Partien sehr eng ist und auf keinen
Fall eine definitve Aussage getroffen werden kann. Eine Abweichung von nur 6
Punkten bei 100 Partien ist ebenso mit Statistik als auch mit höherer
Spielstärke zu erklären. Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte...

ChessTiger 14, GambitTiger 2 und GambitTiger 2 aggressiv plus SelSafety=8 liegen
mit 59, 61 und 61.5% sehr dicht beieinander, sie unterscheiden sich durch ihre
Spielanlagen. Interessant ist der Vergleich der Matchergebnisse, also 2 Punkte
für Matchgewinn, 1 Punkt bei einem Unentschieden (5.0-5.0) und keinen Punkt bei
einer Niederlage. Da hat der ChessTiger 14 mit 17:3 die Nase vorn.
Deutlicher absetzen konnte sich GambitTiger 2 aggressiv, der mit 65.5% einen
kleinen Vorsprung erspielt hat. Hoffentlich lässt sich die SSDF davon überzeugen
und testet zusätzlich den GambitTiger 2 aggressiv, um diesen Eindruck zu
verifizieren.
Insgesamt betrachtet haben alle Tiger-Versionen 61.75% gegen stärkste Konkurrenz
erzielt. Da gibt es keinen Grund zu meckern, das ist schon ziemlich ordentlich.

Einen ausführlichen Bericht wird es in der Ausgabe 15 des Computerschachmagazins
ChessBits geben, in dem ich noch einmal auf die einzelnen Durchgänge eingehen
werde und einige Partien kommentiere, ergänzt durch kommentierte Partien und
Analysen der ChessBits-Redaktion.
Andere Interessierte (natürlich auch Zeitschriften) können selbstverständlich
eigene Analysen erstellen, die Partien sind öffentlich auf meiner Homepage
verfügbar.
Für Informationen stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung.

Als nächstes werde ich Junior 7 und Shredder 5.32 ausgiebig testen. Junior 7
wird wegen des Eröffnungsbuch-Fehlers das Match gegen ChessTiger 14 noch einmal
unter der Junior 6 Oberfläche absolvieren. Weiterhin werden beide Programme
gegen die meisten der Tiger-Gegner antreten, also Fritz 6, Hiarcs 7.32,
gegeneinander, ChessAcademy (Junior6a: nur Shredder natürlich), (Shredder4: nur
Junior natürlich).
Neue Programme, wie z.B. der in Kürze erscheinende Fritz 7, werden sich
ebenfalls als eine Art Bewährungsprobe folgenden Programmen stellen müssen:
Shredder 4, Shredder 5.32, Hiarcs 7.32, ChessAcademy 6, Junior 6a, Junior 7,
Fritz 6e (=Mai 2001), ChessTiger 14 und GambitTiger 2 aggressiv. Hierbei werde
ich auf Matches neuer Programme gegen ihre Vorgängerversion verzichten, sie
machen in meinen Augen keinen Sinn.
Danach werde ich mich ausgiebig dem Chessmaster 8000 widmen, vorausgesetzt, er
läuft bei mir unter der ChessBase-Oberfläche.
Bis ich jedoch den Turnierbericht erstellt habe, haben meine beiden Rechner eine
kurze Erholungspause und begnügen sich mit der Analyse der Partien der
Regionalliga, Verbandsligen und Verbandsklassen Ruhrgebiet der vergangenen
Saison.

Eine Aufrüstung der Rechner wird sich noch etwas hinauszögern, da sich noch kein
Sponsor gefunden hat, der mir durch Hardware oder Finanzen diesbezüglich
Unterstützung zukommen lässt. Einen kleinen Schub habe ich jedoch inzwischen
erledigt: Beide Rechner verfügen jetzt über 320MB RAM, womit der Tiger in
zukünftigen Partien auf 192MB hash zurückgreifen wird und die anderen Programme
ebenfalls zwischen 200 und 240MB hash zur Verfügung haben werden. Sollte auf
Turnierstufe und bei dem Prozessor schon eine ordentliche Hausnummer sein...

Infos, Partien usw. des beendeten Turniers sowie zukünftige Tests usw. wie immer
unter http://www.harald-faber.de.

Harald Faber, 13.09.2001



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