Author: Eduard Nemeth
Date: 10:54:03 06/26/02
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On June 26, 2002 at 09:59:07, Eduard Nemeth wrote:
>In meinem Artikel, der sich auf der Homepage von Schachcomputerwelt (komplett)
>befindet, (My complete artikles):
>
> http://hometown.aol.de/mclanecxantia/anticompu.html?f=fs
>
>habe ich einige Anti-Computerstrategien erläutert. Neben den von mir
>hauptsächlich beschriebenen geschlossenen Sizilianer, gibt es – wenn man die
>weißen Steine führt – auch andere interessante Abspiele, da braucht man z.B. nur
>auf die jüngsten Partien von Ilya Smirin oderVan Wely hinschauen.
>
>Problematisch jedoch wird es wenn der Mensch gegen Computer die schwarzen Steine
>führen muss (mal sehen was Kramnik hier gegen Fritz einfallen wird. Im Fall
>Smirin haben wir gesehen dass er keine direkte Anticomputerstrategie wählte,
>sondern eine Eröffnung die er besonders gut kennt (Königsindisch wurde einige
>Male gespielt)!!
>Mit schwarz kann man gegen Computer also nur bestehen, wenn man eine Eröffnung
>wählt
>Die man kennt + darin einige Neuerungen einbaut die SPEZIELL Computer weniger
>verstehen als Menschen. Man weicht mit schwarz irgendwann vom normalen weiteren
>Theorie- Pfad ab da man ja nicht gegen Menschen sondern gegen Computer spielt.
>Das aber sollte man (im Gegensatz mit weißen Steinen) nicht nach wenigen Zügen
>tun, sondern wenn die Hauptzüge der Eröffnung ausgespielt sind!
>
>Übrigens: wenn Computer in einem Turnier gegen Menschen spielen so wird vom
>Computerteam immer ein geheimes Buch kreiert – das käufliche Buch hätte ja viele
>Löcher,
>und für einen GM wäre es leicht zu zerreißen! :)
>Aber dann wenn der Computer gewonnen hat so heißt es natürlich dass ganz allein
>der Computer gewonnen hat – ein Witz! Selbst beim Kramnik-Fritz Match wird die
>Computerseite nach jeder Partie am Buch etwas ändern dürfen, oh warum kann das
>der Computer denn nicht selbst? :)))
>Aber hinterher - wenn? - dann hat natürlich allein der Computer gewonnen , hi,
>hi,...
>Zum Ablachen, sorry!
>
>Ich wollte ja auch mal gegen einen Computer im Duell gegen einen GM antreten.
>Viele
>Denken dass ich nur Schau machte. Das ist falsch. Ich hätte gespielt. Aber der
>Sponsor stellte für mich unannehmbare Forderungen – ich erwähne nur zwei davon:
>a) ich müsse gegen eine neue, mir nicht bekannte Engine spielen
>b) es würde ein Spezialbuch präpariert (mit Zitat: es ist nicht gut dass ich
>einfach auf plumpe weise meine Fallen stellen könne die das käuflichen Buch
>betreffen.
>
>Ich aber bestand darauf dass ich nur gegen die Käufliche Version + Buch spiele,
>und diese
>Mir 14 Tage vorher vorliegt.
>Ist das zuviel verlangt gewesen für einen Amateur? Ich denke nicht.
>
>Mit schwarz, wie gesagt, wäre es enorm schwer gewesen. Hier hätte ich bei 30’
>bestimmt nicht sofort von der Theorie abgewichen. Da ich ein Fanatiker bin im
>Sinne von Perfektionismus, so hätte ich mich bestimmt 14 Tage fast rund um die
>Uhr vorbereitet!!
>
>Wie auch schon gesagt, hat jeder Spieler eine Lieblingseröffnung. Mir schwarz
>sollte man diese auch gegen Computer wählen!
>
>Eine meiner Lieblingseröffnungen in offenen Spielen ist z.B. das
>Zweispringerspiel im Nachzuge! Hie habe ich viele Varianten früher ganz weit
>ausanalysiert und fand auch manche
>Interessante Ideen.
>
>In meinem Posting über Horizonteffekte habe ich bereits gezeigt mit welcher
>Falle ich im Zweispringerspiel nach Ng5 gespielt hätte. O.k. Das ist nun nicht
>mehr heimlich aber ich denke dennoch lehrreich. Die Partie hätte ich zumindest
>nicht verloren , eher gewonnen. Es gibt im Zweispringerspiel aber weiter
>Varianten auf die man sich vorbereiten müsste.
>(natürlich würde ich mich auch gegen Spanisch, Königsgambit, Ponziani usw.
>vorbereitet
>haben wenn ich gegen einen PC gespielt hätte, aber bleiben wir allein beim
>Zweispringerspiel,
>das ist Stoff genug)
>
>Die folgende Partie zeigt, wie man gegen Fritz bestehen kann wenn er statt
>4.Ng5, den Zug
>4. 0-0 ohne Vorstoß von e5 (darauf komme ich ein anderes mal zu sprechen)
>spielt:
>
>Fritz 7,P600,128Mb - Nemeth,Eduard [C56]
>Blitz30', 26.06.2002
>[Nemeth,Eduard]
>128MB, test.ctg, P600 1.Sf3 Sc6 2.e4 e5 3.Lc4 Sf6 4.d4 exd4 5.0–0 Sxe4 6.Te1 d5
>7.Lxd5 Dxd5 8.Sc3 Dh5 9.Sxe4 Le7 10.Lg5 Lg4 11.Lxe7 0.28/13 1:22 Lxf3 12.gxf3
>0.31/13 1:14 Sxe7 13.Dxd4 0.47/12 31 0–0 14.Sf6+ 0.28/13 1:11 gxf6 15.Txe7
>0.28/11 7 Dxf3 16.Te3 0.06/12 1:05 Df5 17.Tg3+ 0.06/12 1:07 Kh8 18.Td1 -0.03/11
>33 Tae8 19.Dxa7 0.00/11 11 Dxc2 20.Dd4 0.00/11 27 Te5 21.Dg4 0.00/11 0 Tg5
>22.Dd4 0.00/12 1:31 Te5 23.Dg4 0.00/11 19 Tg5 24.Dd4 0.00/14 44 Te5 25.Dg4
>0.00/11 23 ½–½
>
>Und hier PGN mit Kommentar:
>
>
>[Event "Blitz30' [Nemeth,Eduard]"]
>[Site "?"]
>[Date "2002.??.??"]
>[Round "?"]
>[White "Fritz 7,P600,128Mb"]
>[Black "Nemeth,Eduard"]
>[ECO "C56"]
>[Result "1/2-1/2"]
>
>1. Nf3 {0} Nc6 {1} 2. e4 {0} e5 {1} 3. Bc4 {0} Nf6 {1}
>4. d4 {0} exd4 {1} 5. O-O {0} Nxe4 {1} 6. Re1 {0} d5 {1}
>7. Bxd5 {0} Qxd5 {2} 8. Nc3 {0} Qh5 {1 das wuerde ich hier
>spielen} 9. Nxe4 {0} Be7 {3} 10. Bg5 {0 der Hauptzug!} Bg4
>{2 statt Be6 halte ich diesen Zug für besser weil er in
>Folge schnell ins Endgame abwickelt!} 11. Bxe7 {0.28/13 83}
>Bxf3 {3} 12. gxf3 {0.31/13 74} (12. Nf6+ {4s} gxf6 {2s}
>13. Bxf6+ {6s} Kd7 {1s} 14. Qxf3 {4s} Qxf3 {1s} 15. gxf3
>{1s} Rhg8+ {1s und schwarz steht besser!}) 12... Nxe7 {4}
>13. Qxd4 {0.47/12 31} O-O {3} 14. Nf6+ {0.28/13 71} gxf6
>{3} 15. Rxe7 {0.28/11 8} Qxf3 {3} 16. Re3 {0.06/12 65} Qf5
>{3 der einzige gute Zug, aber bis dahin habe ich die
>Variante laengst ausanalysiert, schon vor einigen Jahren!}
>17. Rg3+ {0.06/12 67} Kh8 {5} 18. Rd1 {-0.03/11 34} Rae8
>{34} 19. Qxa7 {0.00/11 11} Qxc2 {5} 20. Qd4 {0.00/11 28}
>Re5 21. Qg4 {0.00/11 0} Rg5 {15} 22. Qd4 {0.00/12 92 Hier
>sah ich dass Fritz 7008 auf Zugwiederholung aus ist, also
>warum nicht? Man sollte mit schwarz auch mit Remis
>zufrieden sein oder?} Re5 {7} 23. Qg4 {0.00/11 20} Rg5 {5}
>24. Qd4 {0.00/14 45} Re5 {3} 25. Qg4 {0.00/11 24} 1/2-1/2
>
>Wie man sieht:
>Wenn man sich gründlich vorbereitet , so kann man mit Schwarz
>Auch bestehen gegen die Computer.
>
Eine weitere, und in meinen Augen gefährlichere Variante gegen Computer ist es,
wenn weiß statt 0-0 den Vorstoß e5!? wagt. Aus Sicht der Computer gegen Menschen
vermutlich das Beste.
Wie oben schon erwähnt, folgte ich hier 10 Züge einer dieser Varianten , und
nachdem ich mich durch Analysen versichert hatte dass eine NEUERUNG (s.o., nicht
schon nach dem 4. Zug!) Sinn macht weil der erwartete Zug von Fritz z.B. viel
Material abtauschen lässt, spielte ich sie im richtigen Moment aus!
In der kommentierten Partie in PGN, sage ich das, was ich während der Partie
dachte (samt Nachanalysen):
Fritz 7,P600128Mb - Nemeth,Eduard [C55]
Blitz30', 2002
[Nemeth,Eduard]
128MB, test.ctg, P600
1.Sf3 0 1...Sc6 3 2.e4 0 2...e5 2 3.Lc4 0 3...Sf6 3 4.d4 0 4...exd4 3 5.e5 0
5...d5 2 6.Lb5 0 6...Se4 2 7.Sxd4 0 7...Lc5 3 8.Le3 0 8...Ld7 2 9.Lxc6 0
9...bxc6 2 10.0-0 0 10...De7 2 11.Te1 0 die Hauptvariante 11...Tb8N 2 mit dieser
Neuerung, nach fundierter Analyse und den zu erwartenden Zuegen von Fritz 7008,
komme ich zum Fazit: sehr gut spielbar! 12.Sd2 0.25/12 75 12...Lxd4 10 Erwartet
durch meine Analyse!Nun folgt eine Generalabtausch. 13.Lxd4 0.34/12 6 13...Sxd2
16 14.Dxd2 0.34/12 0 Es ist ein Nachteil der offenen Spiele, aber gegen Computer
mit fundierten Analysen auch ein Vorteil: Wenn keiner einen Fehler begeht, so
kommt es zu einem Strohfeuer, das aber schnell vergl ht. 14...c5 6 15.Le3
0.25/14 67 15...d4 6 16.Lg5 0.28/13 27 16...De6 6 17.c3 0.34/12 27 17...h6 47
Fritz wuerde die selben Zuege spielen. der Letze dient dazu auch ein Schlupfloch
zu schaffen. 18.Lh4 0.34/12 23 18...Dc4 42 19.Ted1 0.34/11 7 19...Le6 38 20.f4
0.44/11 0 [20.cxd4 Dxd4 21.Dxd4 cxd4 22.Txd4 g5 23.Lg3 Txb2 24.Ta4 Tb7=]
20...0-0 7 21.b3 0.63/13 37 21...Dxc3 6 Damentausch fuer ein Turmendspiel mit
ungleichfarbigen Laeufern mit schwarz? Immer, danke! 22.Dxc3 0.69/14 38
22...dxc3 2 23.Le7 0.41/14 41 23...Tfc8 3 24.Lxc5 0.28/15 76 24...Tb5 13 Es ist
immer wichtig Tempis zu gewinnen. 25.b4 0.28/13 25 25...a5 3 26.a3 0.31/14 53
26...Ta8 7 27.Tac1 0.28/14 31 [27.a4 Txb4 28.Lxb4 axb4µ] 27...axb4 20 28.axb4
0.34/15 40 28...c2 53 29.Te1 0.38/14 0 29...Lf5 7 30.h3 0.47/15 45 30...h5 5
31.g4 0.47/14 22 schOn gespielt von Fritz 7008 aber es bringt ohne Damen nichts.
31...hxg4 3 32.hxg4 0.44/14 26 32...Lxg4 4 33.Txc2 0.47/13 19 Nach Ra3! steht
schwarz gleich. = ½-½
[Event "Blitz30' [Nemeth,Eduard]"]
[Site "?"]
[Date "2002.06.26"]
[Round "2"]
[White "Fritz 7008,P600,128Mb"]
[Black "Nemeth,Eduard"]
[ECO "C55"]
[Result "1/2-1/2"]
1. Nf3 {0} Nc6 {3} 2. e4 {0} e5 {2} 3. Bc4 {0} Nf6 {3}
4. d4 {0} exd4 {3} 5. e5 {0} d5 {2} 6. Bb5 {0} Ne4 {2}
7. Nxd4 {0} Bc5 {3} 8. Be3 {0} Bd7 {2} 9. Bxc6 {0} bxc6 {2}
10. O-O {0} Qe7 {2} 11. Re1 {0 die Hauptvariante} Rb8 $146
{2 mit dieser Neuerung, nach fundierter Analyse und den zu
erwartenden Zuegen von Fritz 7008, komme ich zum Fazit:
sehr gut spielbar!} 12. Nd2 {0.25/12 75} Bxd4 {10 Erwartet
durch meine Analyse!Nun folgt eine Generalabtausch.}
13. Bxd4 {0.34/12 6} Nxd2 {16} 14. Qxd2 {0.34/12 0 Es ist
ein Nachteil der offenen Spiele, aber gegen Computer mit
fundierten Analysen auch ein Vorteil: Wenn keiner einen
Fehler begeht, so kommt es zu einem Strohfeuer, das aber
schnell vergl ht.} c5 {6} 15. Be3 {0.25/14 67} d4 {6}
16. Bg5 {0.28/13 27} Qe6 {6} 17. c3 {0.34/12 27} h6 {47
Fritz wuerde die selben Zuege spielen. der Letze dient dazu
auch ein Schlupfloch zu schaffen.} 18. Bh4 {0.34/12 23} Qc4
{42} 19. Red1 {0.34/11 7} Be6 {38} 20. f4 {0.44/11 0}
(20. cxd4 Qxd4 21. Qxd4 cxd4 22. Rxd4 g5 23. Bg3 Rxb2
24. Ra4 Rb7 $11) 20... O-O {7} 21. b3 {0.63/13 37} Qxc3 {6
Damentausch fuer ein Turmendspiel mit ungleichfarbigen
Laeufern mit schwarz? Immer, danke!} 22. Qxc3 {0.69/14 38}
dxc3 {2} 23. Be7 {0.41/14 41} Rfc8 {3} 24. Bxc5 {0.28/15
76} Rb5 {13 Es ist immer wichtig Tempis zu gewinnen.}
25. b4 {0.28/13 25} a5 {3} 26. a3 {0.31/14 53} Ra8 {7}
27. Rac1 {0.28/14 31} (27. a4 Rxb4 28. Bxb4 axb4 $17)
27... axb4 {20} 28. axb4 {0.34/15 40} c2 {53} 29. Re1
{0.38/14 0} Bf5 {7} 30. h3 {0.47/15 45} h5 {5} 31. g4
{0.47/14 22 schOn gespielt von Fritz 7008 aber es bringt
ohne Damen nichts.} hxg4 {3} 32. hxg4 {0.44/14 26} Bxg4 {4}
33. Rxc2 {0.47/13 19 Nach Ra3! steht schwarz gleich. =}
1/2-1/2
Eduard Nemeth
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