Author: Eduard Nemeth
Date: 13:49:50 06/30/02
Die FRITZ 7 ENGINE - Erfahrungen eines Anwenders
Im November 2001 erschien für die schon ungeduldig wartenden Fans das
Schachprogramm Fritz 7. Welche Neuerungen wird die neue Engine und das neue GUI
mitbringen, das war eine vielgestellte Frage? Matthias Wüllenweber
(Geschäftsführer und Chefprogrammierer der Fa. ChessBase) antwortete so:
„Der Unterschied von Fritz 7 zu Fritz 6 wird so groß sein wie er zwischen Fritz
6 und Fritz 5 gewesen ist“.
Nun, zwischen Fritz 5 und Fritz 6 gab es in der Tat einen gewaltigen Sprung nach
Vorne, sowohl was das GUI (Grafikal-User-Interface) angeht, als auch der
Schachmotor, genannt auch Engine.
Das GUI von Fritz 6 passte sich langsam aber sicher dem Windowsstandard an, man
konnte also die Fenster fast beliebig verschieben. Mit der Engine verhielt es
sich ähnlich:
Sie wurde gegenüber Fritz 5.32 völlig neu überarbeitet. In Fritz 6 wurde z.B.,
im Gegensatz zu Fritz 5.32, eine Hashlernfunktion eingebaut, außerdem werden die
Hashtabellen nicht nach jedem Zug entladen. Die Folge: gibt es einen
Permanent-Brain Treffer bei Fritz 6, so nutzt F6 die im Hash abgespeicherten
Stellungsbewertungen, was dazu führt dass F6 schneller in weitere Suchtiefen
gelangt. Außerdem: Klickt man einige Züge vor, und dann wieder zu der
Ausgangsstellung zurück, so präsentiert die Engine ihre letzte Bewertung samt
Tiefe wieder so, wie sie es schon in der Analyse davor berechnet hatte. Fritz 5
ist dazu nicht in der Lage!
Wo aber liegt nun der gewaltige Unterschied von Fritz 6 zu Fritz 7?
Der größte Unterschied zu F6 liegt darin dass Fritz 7 jedem User einen
kostenlosen Zugang zum neuen Fritz7-Schachserver bietet, genannt playchess.com
(englisch) und Schach.de (deutsch). Dort kann man umsonst (abgesehen von den
Onlinekosten) Schach gegen andere spielen, ebenso ist die Möglichkeit vorhanden
Engine-Engine Spiele auszutragen. In der Zwischenzeit spielen auf dem Server
auch viele GMs und IMs. Ich selbst habe z.B. schon gegen Dr. J. Nunn, Shipov,
Knaak, Schmaltz, Borik gespielt, um hier nur einige zu nennen.
Das Thema Fritz7-Server ist jedoch so komplex, dass man dafür einen extra
Artikel verfassen müsste um diesem Thema gerecht zu werden!
Das GUI wurde nicht viel geändert , jedoch wurden manche Funktionen (auch in der
Benennung) an das ChessBase 8 Programm angepasst. So gibt es unter dem Menü
Datei
eine Option Übergabe an ChessBase. Inzwischen sind weitere Neuerungen
dazugekommen: UCI-Engines (Universal-Chess-Interface) können nun ebenfalls unter
Fritz 7 eingebunden werden. Voraussetzung dafür ist jedoch ein neueres 7-Update,
denn in der CD Fassung vom November 2001 gab es diese Möglichkeit noch nicht.
Auf der ChessBase Homepage lässt sich dieses Update umsonst herunterladen und
auf dem ChessBase Magazin neueren Datums lässt sich das Update ebenfalls finden.
Es gibt noch weitere Funktionen die Fritz 7 mehr hat als Fritz 6, aber ich
möchte mich hauptsächlich der neuen Fritz 7 Engine widmen, fangen wir also
endlich damit an.
Nach der Installation von Fritz 7 schaute ich mir gleich die neue Fritz 7 Engine
an. Sie war vom Umfang her deutlich größer als Fritz 6 (420 kB)! Mein erster
Gedanke war:
Je größer eine Engine-Datei ist (und dementsprechend also mehr Schachwissen
besitzen sollte) umso langsamer müssen die Rechenprozesse sein – zumindest
sollte das in meinen Augen für Fritz gelten. Und in der Tat: Nach einem Test auf
meinem P600 errechnete die neue Engine etwa 300 kn/s in der Grundstellung,
während Fritz 6 hier auf 400 kn/s kam. Als Nächstes nahm ich dann meine eigene
Testsuite und überprüfte einige Zugzwangstellungen die ich mir selbst
ausgedacht habe , auf der tschechischen Fritzhomepage sind diese Stellungen
ebenfalls abgebildet jedoch ohne Autorenangabe – der Erfinder bin ich!
Teststellung 1 (Matt in 2 Zügen):
8/4B3/5K1p/5p1k/5Pb1/5p1p/5P1P/8 w - - 0 1
Analysis by Fritz 6c:
1.La3
= (0.09) Tiefe: 25/28 00:00:03 1450kN
1.La3!
² (0.41) Tiefe: 26/34 00:00:06 3071kN, tb=3
Analysis by Fritz 7:
1.Ld8!
+- (#2) Tiefe: 5/5 00:00:00
Wir sehen: während Fritz 6 hier das Matt in 2 wegen Nullmove Problemen nicht zu
lösen weiss , hat Fritz 7.001 damit keine Probleme mehr!
Teststellung 2 (Matt in 7 Zügen):
8/8/p3R3/1p5p/1P5p/6rp/5K1p/7k w - - 0 1
Analysis by Fritz 7.001:
1.Txa6 Tg2+ 2.Kf3 Tg8 3.Ta1+ Tg1 4.Ta6 Tf1+ 5.Ke3 Tb1 6.Kf2
-+ (-3.87) Tiefe: 12/21 00:00:00 290kN
1.Te1+!
+- (#7) Tiefe: 12/21 00:00:00 290kN
1.Te1+!
+- (#7) Tiefe: 12/21 00:00:00 305kN
Und was analysiert Fritz 6c?
Analysis by Fritz 6:
1.Txa6 Tg2+ 2.Kf3 Tg5 3.Ta1+ Tg1 4.Ta8 Tf1+ 5.Ke3 Tf7
-+ (-4.59) Tiefe: 16/31 00:00:07 3990kN
1.Txa6 Tg2+ 2.Kf3 Tg5 3.Ta1+ Tg1 4.Ta8 Tf1+ 5.Ke3 Tf7
-+ (-4.72) Tiefe: 17/30 00:00:12 6425kN
1.Txa6 Tg2+ 2.Kf3 Tg5 3.Ta1+ Tg1 4.Ta8 Tf1+ 5.Ke3 Tf7
-+ (-4.81) Tiefe: 18/33 00:00:17 9694kN
Fritz 6 ist nicht in der Lage das Matt zu finden!
Bevor ich selbst gegen die neue Engine Spielen wollte , ließ ich mir nicht
nehmen, noch die folgende taktische Stellung mit Fritz 7 zu überprüfen:
Die Stellung stammt aus einer Analyse Kasparovs zu dem WM-Match gegen Karpov.
Kasparov hätte mit Txe6! die Partie vermutlich für sich entscheiden können:
Hier die Analyse von Fritz 6:
r4rk1/p1q2ppp/1p1Nn3/8/3R2Q1/1P4P1/P4PKP/4R3 w - - 0 1
Analysis by Fritz 6c:
1.Td5 Dc6 2.Ted1 Tad8 3.Df3 a6 4.T5d2 Dxf3+ 5.Kxf3 Td7
² (0.38) Tiefe: 14/29 00:01:36 41203kN
1.Txe6
² (0.41) Tiefe: 14/36 00:02:41 69592kN
1.Txe6 h5 2.De4 fxe6 3.Dxe6+ Kh7 4.Tc4 Dd8 5.De4+ Kh8
± (0.88) Tiefe: 14/37 00:03:48 98728kN
Kann Fritz 7.001 hier taktisch mithalten?
Analysis by Fritz 7:
1.Td5 Dc6 2.Dc4 Dxc4 3.bxc4 Tfd8 4.Ted1 a6 5.h3 Sc7 6.T5d2 Se8 7.Sxe8
² (0.54) Tiefe: 14/35 00:02:38 57716kN
1.Txe6
² (0.57) Tiefe: 14/35 00:03:27 75978kN
Trotz weniger kn/s, gelingt es Fritz 7.001 hier, taktisch nicht wesentlich
schlechter abzuschneiden als die letzte Fassung der Fritz 6 Engine !
Im Königsangriff wurde die Fritz 7 Engine sogar
deutlich verbessert, was auch der Neue Stellungstest
(WM-Test) von Dr. M. Gurevich und H.J.S. beweist!
Fritz 7.006 belegt in dem erwähnten Testbereich derzeit
(Mai 2002) den ersten Platz!
Hier ein kleines Beispiel. Selbst auf meinem langsamen P600,
spielt Fritz 7.006 den Gewinnzug in nur wenigen Sekunden aus:
Soffer,R - Fritz 6
r3qrk1/4bppp/4p3/p2pP2Q/1p1B4/1PpPP3/P1P2RPP/5RK1 w - - 0 1
Analysis by Fritz 7:
21.Tf6
² (0.54) Tiefe: 12/30 00:00:12 3881kN
21.Tf6
² (0.69) Tiefe: 12/30 00:00:14 4871kN
21.Tf6!
± (0.97) Tiefe: 13/33 00:00:29 10051kN
21.Tf6!
± (1.25) Tiefe: 13/33 00:00:38 12890kN
21.Tf6!
+- (1.54) Tiefe: 14/33 00:01:00 20292kN
21.Tf6!
+- (1.82) Tiefe: 14/35 00:01:18 26533kN
21.Tf6!
+- (2.38) Tiefe: 14/35 00:01:37 33079kN
Soffer,R - Fritz 6
r3qrk1/4bppp/4p3/p2pP2Q/1p1B4/1PpPP3/P1P2RPP/5RK1 w - - 0 1
Analysis by Fritz6c:
21.Tf6
= (0.22) Tiefe: 14/36 00:00:57 25007kN
Eine kleine Randbemerkung : der GM Ram Soffer war Anfang Mai 02 bei der letzten
Partie zwischen Dj und GM Ilya Smirin auf dem Fritz 7-Server live mit dabei und
kommentierte die Partie mit. Ich kann mich an seine Worte noch gut erinnern. Als
sich die Partie dem Ende zubewegte da sagte Ram Soffer sinngemäss so: Die
weissen Figuren stehen sehr aktiv so dass es wohl ein Remis werden wird. So
kam es dann auch.
Dem Programmierer Frans Morsch ist es demnach gelungen, die taktische
Schlagkraft der neuen Engine in etwa zu halten um sie in anderen Bereichen zu
verbessern, wie man schon allein bei den Zugzwang Stellungen sehen konnte. Laut
F. Morsch soll Fritz 7 auch im Endspiel verbessert worden sein, ebenso wurden
die Bauernstrukturen völlig neu überarbeitet.
Meine erste Partie gegen Fritz 7.001
Ich war auf meine erste Partie gegen Fritz 7 sehr neugierig, insbesondere wollte
ich wissen wie die neue Engine mit Trojanerstellungen umzugehen weiss. Zu meiner
Überraschung
gelang es mir, Fritz 7 mit einigen Trojanerstellungen total zu überspielen,
schneller sogar als früher Fritz 5.32!
Hier die allererste Partie (ich habe mehrere gespielt):
[Event "Blitz10'"]
[Site "?"]
[Date "2001.??.??"]
[Round "?"]
[White "Nemeth,Eduard"]
[Black "Fritz 7.001"]
[ECO "A00"]
[Result "1-0"]
1. d3 {0} d5 {0} 2. c3 {4} e5 {-0.25/12 27} 3. g3 {6} Nf6
{0} 4. h4 {5} Bd6 {-0.66/11 32} 5. Bg2 {9} O-O {-0.69/11
14} 6. Nh3 {9} c6 {-0.91/9 14} 7. Bg5 {12} h6 {-1.16/10 18}
8. e4 {8} hxg5 {-2.00/9 5} 9. hxg5 {3} Bg4 {-1.97/9 9}
10. f3 {10} Bxh3 {-2.22/9 11} 11. Rxh3 {12} Nfd7 {-2.04/9
17} 12. f4 {3} Qb6 {-1.72/8 25} 13. Qh5 {5} Qe3+ {0.00/7
12} 14. Kf1 {6} f6 {5.06/8 27} 15. g6 {2} Qc1+ {8.90/9 29}
16. Ke2 {31} Qd2+ {#6/7 1} 17. Kxd2 {6} dxe4 {#1/2 6}
18. Qh8# {2} 1-0
In dieser Partie kam es zu der folgenden Stellung:
rn3rk1/pp1n1pp1/1qpb4/3pp1P1/4PP2/2PP2PR/PP4B1/RN1QK3 w Q - 0 1
Die Stellung ist für weiss nach Dh5 ganz leicht gewonnen! Eine Verteidigung gibt
es nicht. Weshalb liess sich Fritz 7 so leicht überrumpeln? Eine Erklärung
könnte ein BUG (interner Fehler) in der Engine sein – aber ich weiss es nicht?
Selbst in dieser gewonnenen Stellung zeigte Fritz 7.001 eine positive Bewertung
für schwarz an (trotz des richtigen weissen Zuges) und die Bewertung hielt so
auch nach 15 min. noch an!
Analysis by Fritz 7.001:
1.Dh5
-+ (-1.75) Tiefe: 8/39 00:00:47 12645kN
1.Dh5 Dg1+ 2.Lf1 Dxf1+ 3.Kxf1
-+ (-1.71) Tiefe: 8/46 00:00:55 14660kN
Ich brachte diese Partie samt der Analyse von Fritz 7 in die gängigen
Computerschachforen, mit dem Fazit: "das ist Murks" (spontan fiel mir kein
treffenderer Ausdruck ein, sorry).
Schon nach wenigen Wochen brachte ChessBase dann ein Fritz 7- Update samt einer
neuen Fritz 7 Engine (Fritz 7.002, 424 kB groß) heraus!
Die die Versionsnummer der Engine lässt sich feststellen, indem man im Ordner
ChessBase\Engines, einen Rechtsklick mit der Maus auf die Engine "Fritz 7"
betätigt und dann mit der linken Maustaste auf "Eigenschaften" klickt!
Als ich diese Engine dann abtestete, konnte ich meinen Augen nicht trauen!
Innerhalb von nur 3 Wochen gelang es dem Programmierer, die Fritz 7 Engine
dramatisch-stark zu verbessern – manche sprachen sogar von etwa 100 Elo Punkten
Unterschied zu Fritz 7.001! Hier dieselbe Stellung analysiert mit Fritz 7.002:
Analysis by Fritz 7.002:
13.Dh5!
+- (5.35) Tiefe: 8/38 00:00:17 4828kN
13.Dh5 De3+ 14.Kf1 Dxd3+ 15.Kg1 De3+ 16.Kh2 Dxg3+ 17.Kxg3 exf4+ 18.Kf2 Lc5+
19.Kf1 f6 20.Dh7+
+- (5.79) Tiefe: 8/40 00:00:20 5616kN
Diese neue Fritz 7 Engine konnte voll überzeugen und eroberte auch in privaten
Ratinglisten (z.B. bei Gerhard Sonnabend) sofort den ersten Platz (die SSDF
hatte Fritz 7 da noch nicht getestet).
Auch ich wollte die neue Fritz 7.002 Engine daher noch genauer abtesten, und da
ich einen neuen Mittelspieltest entwickelt hatte, kam mir diese neue Fritz 7
Engine gerade recht!
Fritz 7.002 konnte dann auch im Endspiel auf der ganzen Linie überzeugen.
Shredder 5.32 wurde in meinem "Mittelspieltest ohne Damen" sozusagen an die Wand
gespielt, und gegen Chess Tiger 14.0 gab es ebenfalls einen knappen Sieg. Viele
waren sich zu der Zeit einig: die neue Endspielreferenz heisst Fritz 7!
Fritz 7.002 spielte in manchen Partien sogar manchmal Züge, die für Computer
völlig untypisch sind (eher menschlich), wie diese Stellung zeigt:
Fritz 7.002 – Gambit Tiger 2.0
6k1/p1q2ppb/Q4n1p/2N5/3P4/P4RN1/1r4PP/6K1 w - - 0 1
Analysis by Fritz 7.002:
32.Txf6 gxf6 33.Dxf6 Tb1+ 34.Kf2 Da5 35.De5 Dd2+ 36.Kf3 Lg6 37.Se2 Tf1+
³ (-0.28) Tiefe: 12/35 00:00:40 13699kN
32.Txf6 gxf6 33.Dxf6 Tb1+ 34.Kf2 Lg6 35.Kf3 Tb2 36.d5 Tc2 37.Sce4 Lxe4+
³ (-0.40) Tiefe: 13/38 00:02:12 44660kN
Fritz 7.002 opfert hier mutig die Qualität , was gegen Seinesgleichen hier
vielleicht nicht das Allerbeste ist, jedoch im Spiel gegen Menschen, den
Menschen sicherlich sehr überrascht hätte! Die Stellung bleibt kompliziert aber
für Programme - besonders für Fritz -ganz nach ihrem Geschmack!
Bug in der Fritz 7.002 Engine
Mein kleiner Mittelspieltest fand bei einigen Testern Resonanz. In einer
Eng-Partie ergab sich die folgende Stellung nach dem 13 Zug (siehe Diagramm):
Gandalf_432h - Fritz 7.002
1.e4 c5 2.g3 d5 3.exd5 Dxd5 4.Df3 Dxf3 5.Sxf3 Lf5 6.Lg2 Sc6 7.d3 g6 8.Le3 Lg7
9.Sc3 c4 10.Sh4 Le6 11.d4 Sxd4 12.Lxb7 Tb8 13.Le4
1r2k1nr/p3ppbp/4b1p1/8/2pnB2N/2N1B1P1/PPP2P1P/R3K2R b KQk - 0 13
13. ... Txb2? 14.0–0–0 Se2+ 15.Sxe2 Ld7 16.Ld5 Txa2 17.Lxc4 Ta5 18.Sf3 Lc6
19.Sed4 Lxd4 20.Lxd4 f6 21.Le2 e5 22.Lc3 Td5 23.Txd5 Lxd5 24.Td1 Se7 25.Lb4 Le6
26.Lc5 Kf7 27.Td6 Tc8 28.Lxa7 Sc6 29.Lc5 Se7 30.Lb4 Sd5 31.La5 Sc3 32.Lxc3 Txc3
33.Ld3 Ke7 34.Ta6 Tc7 35.Le4 Tc4 36.Ta7+ Kd6 37.Ld3 Tc7 38.Txc7 Kxc7 39.Kb2 Kd6
40.Kc3 Kc5 41.Sd2 f5 42.Sb3+ Kd6 43.Kb4 h6 44.c4 Kc7 45.Lc2 Lc8 46.Kc5 Le6
47.Sd2 g5 48.Sf3 e4 49.Sd4 Lc8 50.Kd5 g4 51.Ke5 h5 52.Sxf5 Lb7 53.Lxe4 La6
54.Se3 Kd7 55.Lg6 1-0
Nachdem Fritz 7.002 im 13. Zug Txb2 ausgespielt hatte, gewann Gandalf 4.32h
mittels der großen Rochade einfach die Qualität!
Danach wurde gerätselt, woran das gelegen hat. Inzwischen wissen wir etwas mehr
darüber. In den allermeisten Fällen wo das Recht auf die große Rochade noch
besteht, berücksichtigt Fritz 7.002 einen Zug weniger als möglich! Ich könnte
inzwischen zahlreiche Beispiele dazu bringen. Anhand des Mehrvariantenmodus
lässt sich das auch leicht nachweisen, hier ein simples Beispiel:
8/8/8/8/2p5/2pkp1N1/8/R3K2R w KQ - 0 1
Weiß setzt in einem Zug matt!
Und hier die Mehrvarianten-Analyse (!) von Fritz 7.002:
1. +- (#6): 1.Td1+
2. +- (#9): 1.Se2
3. +- (#10): 1.Th4
4. +- (#12): 1.Ta8
5. +- (#14): 1.Th6
6. +- (#11): 1.Th8
7. +- (#11): 1.Th7
8. +- (#12): 1.Th5
9. +- (#12): 1.Ta7
10. +- (#13): 1.Ta3
11. +- (15.57): 1.Ta5
12. +- (13.44): 1.Th3
13. +- (13.41): 1.Tc1
14. +- (13.41): 1.Th2
15. +- (13.35): 1.Tb1
16. +- (13.19): 1.Tf1
17. +- (13.19): 1.Tg1
18. +- (13.19): 1.Ta4
19. +- (13.13): 1.Sf1
20. +- (13.07): 1.Ta2
21. +- (13.07): 1.Ta6
22. +- (12.79): 1.Kd1
23. +- (12.60): 1.Kf1
24. +- (12.54): 1.Sf5
25. +- (12.47): 1.Sh5
26. +- (11.00): 1.0-0
27. +- (10.04): 1.Se4
Fritz 7.002 erkennt nur 27 mögliche Züge.. möglich sind jedoch 28 Züge und
ausgerechnet die große Rochade (mit Matt) fehlt! Was nun tun ?
Hier musste also wieder ein neues Update kommen, denn einen solchen BUG (Fehler)
konnte man so nicht stehen lassen, denn für den ernsthaften Turnierspieler
eignet sich eine solche Engine nur eingeschränkt für Analysen, denn die große
Rochade kommt in sehr vielen Partien vor!
An das nächtse Fritz7-Update erinnere ich mich so:
Am 07.01.02 war ich für einige Stunden auf dem F7-Server
Schach.de online, als dort plötzlich ein neues
Update angekündigt wurde. Nach dem Setup schaute ich
sogleich in den Ordner ChessBase\Engines hinein, als ich
dort plötzlich eine neue Fritz 7 Engine vorfand, die das
Datum 07.01.02 trug. Die Versionsnummer lautete 7.006!
An dieser Stelle möchte ich nun alle bislang erschienenen
Fritz 7 Engines aufzählen, damit man in der Folge etwas besser
durchblickt.
Fritz 7.001 = Datum 13.10.01 (420 kB)
Fritz 7.002 = Datum 05.11.01 (424 kB)
Fritz 7.006 Beta = Datum 07.01.02 (424 kB)
Fritz 7.006 = Datum 11.01.02 (424 kB)
Fritz 7.007 = Datum 23.03.02 (424 kB)
Wie im Forum jemand berichtete, handelte es sich
am 07.01.02 um eine Fritz 7.006 Betatest-Version die
versehentlich in das Update reingerutscht ist. Das Update
auf dem Fritz7-Server gab es auch nur für wenige Stunden,
so dass nun nicht alle im Besitz dieser neuen Engine sind.
Nur wenige Tage später erschien nämlich ein neues Update
mit der Endfassung der Fritz 7.006 Engine – Datum: 11.01.02.
Es erübrigt sich zu sagen dass der Rochade-BUG mit der neuen
Version 7.006 behoben wurde! Wir USER freuten uns darüber
natürlich sehr, und das Testen konnte auch wieder von
Neuem beginnen!
Ich selbst beschäftigte mich zuerst damit, zu sehen wo der Unterschied
zwischen der 7.006 Beta und der späteren Version vom 11.01.02 lag.
Und - ich konnte tatsächlich einige Unterschiede feststellen. Sogar
Professor E. Irazoqui postete im CCC Forum zwei Stellungen bei denen
sich diese beiden Versionen unterscheiden!
Hier die erste Stellung:
8/1p6/p4p1p/2p1P2k/5P2/6pP/1P4P1/6K1 w - - 0 1
1.f5!!
Die zweite Stellung:
2r1r1k1/p4pp1/1p1Pn1p1/6q1/P5P1/BP2Pp1P/5P2/Q1RR2K1 b - - 0 1
1. Sf4!!
In beiden Stellungen zeigte sich seltsamerweise dass die Beta-Engine den
Lösungszug schneller fand als die Fritz 7.006 Engine vom 11.01.02!
Eine sehr interessante Analyse zeigte sich jedoch bei der folgenden Stellung:
r1b2rk1/pp2bpp1/1qn1pn1p/6B1/2PpP2P/3P2PN/P1P2PB1/RN1Q1K1R b - - 0 1
Analysis by Fritz 7.006 (Beta vom 07.01.02):
12...hxg5 13.hxg5 Sg4 14.Sd2 Sce5 15.Sb3 Lb4 16.Tb1 Td8 17.g6 fxg6 18.Kg1
-+ (-2.19) Tiefe: 12/42 00:00:13 3172kN
12...hxg5 13.hxg5 Sg4 14.Sd2 Sce5 15.Sb3 Lb4 16.Tb1 f5 17.g6 Sxg6 18.Sxd4 Dd6
-+ (-2.04) Tiefe: 13/41 00:00:29 8053kN
Analysis by Fritz 7.006 (Datum: 11.01.02 – offizielle Version!):
12...Db2 13.e5 Dxa1 14.exf6 Lxf6 15.Lxf6 gxf6 16.Lxc6 bxc6 17.Dg4+ Kh7 18.Kg2 f5
19.Df3 Dxa2
-+ (-2.13) Tiefe: 12/30 00:00:10 2740kN
12...Db2 13.Sd2 hxg5 14.hxg5 Sd7 15.Sb3 g6 16.Kg1 Sb4 17.Tb1 Dxc2 18.Dxc2 Sxc2
19.a4
-+ (-2.06) Tiefe: 13/36 00:00:26 7324kN
Aha – da hat also der Programmierer in Sachen Trojanerstellung noch etwas mehr
an Wissen implementiert!
Die Engine vom 11.01.02 wurde dann auch als offizielle Fritz 7.006 Engine
geführt die nun auch beim SSDF spielt.
Im März erschien dann mit einem weiteren Update noch eine neue Fritz 7 Engine,
mit der Versionsnummer Fritz 7.007. Diese Engine ist vom Schach-Code her,
völlig identisch mit der Fritz 7.006 Engine vom 11.01.02. Geändert wurde
lediglich die Größe der Hashverwaltung. Die Fritz 7.006 Engine kann keine
Hashtabellen größer 1GB verwalten, während die neueste Fassung das nun kann –
damit nun auch die absoluten Freaks mit z.B. 2GB RAM auf ihre Kosten kommen
können!
Ich habe bereits erwähnt dass Fritz 7 im Endspiel deutlich verbessert wurde.
Schauen wir uns zum Schluss noch eine solche Stellungen an, wo Fritz 7 auch ohne
die Tablebases den vollen
Durchblick besitzt:
7k/1K5P/6B1/1P6/3b4/8/8/8 w - - 0 1
(alle Analysen ohne die Tablebases!):
Analysis by Shredder 5.32:
1.Kc6 Kg7 2.Le4 Lf2 3.Kd7 Lg1 4.h8D+ Kxh8 5.Ke8
+- (2.85) Tiefe: 18/30 00:00:08 2275kN
1.Kc6 Kg7 2.Lf5 La7 3.Kd7 Ld4 4.h8D+ Kxh8 5.Ke6 Lf2 6.Lh7 Kxh7 7.Kf6
+- (2.84) Tiefe: 19/31 00:00:12 3275kN
1.Kc6 Kg7 2.Le4 Lf2 3.Kd7 Lg1 4.h8D+ Kxh8 5.Ke8 Kg7 6.Ld5 Kh8 7.b6
+- (2.84) Tiefe: 20/32 00:00:16 4534kN
Analysis by Chess Tiger 14.0:
1.Kc6 Kg7 2.Le4 La7 3.Lf5 Le3 4.Kd5 Lf2 5.Lc2 Lb6 6.Ld3 La7 7.Kc6 Ld4 8.Lg6 La7
9.Le4
+- (2.09) Tiefe: 17 00:00:09 2513kN
1.Kc6 Kg7 2.Le4 La7 3.Lf5 Lf2 4.Ld3 La7 5.Le4 Kh8 6.Kc7 Kg7 7.Lc2 Lc5 8.Kc6 La7
9.Ld3 Ld4
+- (2.09) Tiefe: 18 00:00:25 7431kN
Und nun die Analyse von Fritz 7:
Analysis by Fritz 7 (aus der Partie heraus, denn diese Stellung ist nicht
erfunden):
89.b6 Le5
= (0.00) Tiefe: 23/34 00:00:22 11653kN
89.b6 Le5
= (0.00) Tiefe: 24/36 00:00:36 18876kN
Fritz 7 bewertet ohne die TBs diese Stellung hier als einziges Programm mit
0.00, also genauer als der Endspielkünstler Shredder 5.32 (auch Shredder 6.02
zeigt hier ohne die TBs etwa +3 für weiss an).
Frans Morsch konnte seine neue Engine also insgesamt deutlich verbessern, und es
ist davon auszugehen dass es so noch ein Weilchen andauern wird. Freuen wir uns
daher über die neue Fritz 7 Engine, die derzeit auch alle Computerranglisten
anführt und das, wie ich hier insgesamt aufgezeigt habe, auch zurecht!
Nachhang:
Am 24.05 2002 gab es auf dem F7 Server ein inoffizielles Update mit einer neuen
F7-Engine
(Datum: 19.05.2002).
Diese Partie habe ich am 18. 05. 2002 im CCC Forum gepostet.
Fritz spielte auf 3fach Zugwiederholung trotz +2.13 für sich??
Fritz 7.0.0.6 - Nemeth,E [C57]
Blitz=60' Stuttgart, 18.05. 2002
[Nemeth,Eduard]
1.Sf3 0 1...Sc6 3 2.e4 0 2...e5 1 3.Lc4 0 3...Sf6 2 4.Sg5 0 4...d5 1 5.exd5 0
5...Lg4 8 6.Sxf7 0.94/13 76 6...Dc8 4 7.f3 1.97/14 141 7...Sd4 11 8.Sxh8 4.09/13
87 8...Lxf3 4 9.gxf3 3.88/12 259 9...Dh3 8 10.Tf1 3.28/11 136 10...Dh4+ 19
11.Tf2 3.03/12 0 11...Lc5 15 12.Kf1 2.09/12 116 12...Dh3+ 44 13.Ke1 1.84/12 23
13...Dh4 38 14.Kf1 2.13/12 87 14...Dh3+ 20 15.Ke1 1.75/13 67 15...Dh4 13 16.Kf1
2.13/12 60 ½–½
Nach Zug 15...Dh4:
r3k2N/ppp3pp/5n2/2bPp3/2Bn3q/5P2/PPPP1R1P/RNBQK3 w q - 0 1
Analysis by Fritz 7.0.0.6 (F7.0.0.7 ist identisch):
16.Kf1 Sb3 17.Lb5+ Kf8 18.d4 Lxd4 19.Sg6+ hxg6
+- (4.22) Tiefe: 6/23 00:00:00 69kN
16.Kf1 Sb3 17.Lb5+ Kd8 18.d4 Lxd4 19.Le3 Sxa1
+- (4.09) Tiefe: 7/26 00:00:00 152kN
16.Kf1--
+- (3.81) Tiefe: 8/21 00:00:01 269kN
16.Kf1 Sb3 17.Tg2 Sxa1 18.De2 Ld6 19.Lb5+ Kf8 20.c4
+- (3.28) Tiefe: 8/34 00:00:01 470kN
16.Kf1 Sb3 17.Tg2 Sxa1 18.De2 e4 19.Lb5+ Kf8 20.Dc4 Ld6 21.fxe4
+- (3.25) Tiefe: 9/33 00:00:04 1246kN
16.Kf1--
+- (2.97) Tiefe: 10/36 00:00:08 2439kN
16.Kf1
+- (2.97) Tiefe: 10/36 00:00:12 3564kN
16.Kf1--
+- (2.69) Tiefe: 11/36 00:00:17 4921kN
16.Kf1
+- (2.69) Tiefe: 11/40 00:00:25 7792kN
(Nemeth, Stuttgart 25.05.2002)
Fritz 7 - Nemeth,E
r3k2N/ppp3pp/5n2/2bPp3/2Bn3q/5P2/PPPP1R1P/RNBQK3 w q - 0 1
Analysis by Fritz 7.0.0.8:
16.d3 Sb3 17.Lb5+ c6 18.d4 Lxd4 19.Lxc6+ bxc6
+- (3.09) Tiefe: 6/23 00:00:00 92kN
16.d3 Sb3 17.Lb5+ Sd7 18.Lxd7+ Kxd7 19.d4 Lxd4 20.Le3 Sxa1
+- (2.97) Tiefe: 7/23 00:00:00 129kN
16.d3--
+- (2.69) Tiefe: 8/24 00:00:00 221kN
16.d3 Sb3 17.De2 Sxa1 18.Dxe5+ Kf8 19.Dg3 Lxf2+ 20.Kxf2 Dxg3+ 21.hxg3
+- (2.13) Tiefe: 8/35 00:00:01 353kN
16.d3 Sb3 17.De2 Sxa1 18.Dxe5+ Kf8 19.Dg3 Lxf2+ 20.Kxf2 Dxg3+
+- (2.13) Tiefe: 9/29 00:00:03 846kN
16.d3--
+- (1.84) Tiefe: 10/30 00:00:05 1488kN
16.d3
+- (1.84) Tiefe: 10/35 00:00:07 2136kN
16.d3 Sb3 17.De2 Lxf2+ 18.Dxf2 Dxf2+ 19.Kxf2 Sxa1 20.d6 cxd6 21.Sf7 Ke7
+- (1.75) Tiefe: 11/36 00:00:18 5778kN
(Nemeth, Stuttgart 25.05.2002)
Wie man sieht, zieht Fritz 7.0.0.8 hier d3!? Das ist korrekt ist (+=).
Die neue Fritz 7.0.0.8 Engine datiert vom 19.05.2002 ( 23:51 Uhr!):
Na also, Frans liest doch noch meine Postings.
WICHTIG!
Um den feinen analytischen Unterschied festzustellen
muss man die Partie als Ganze abspeichern und den 15.
schwarzen Zug 15...Qh4 anklicken - FEN allein genügt
NICHT!
Fritz 7.0.0.6 (auch 7007) spielte da wieder Kf1?
Die neue Engine würde da 16. d3 spielen – damit also
der Zugwiederholung so ausweichen.
Wenn die Partie geladen ist, ekennt F7008 offenbar
die Bedrohung der Zugwiederholung.
Mit FEN allein kann man das nicht feststellen,
also: so bitte nicht testen!
Hier der Beweis noch einmal, gepostet so im CCC am 23.06.2002:
Folgende Partie spielte ich gegen Fritz 7.006 (hier veröffentlicht), als ich
voll Staunen erleben musste dass Fritz mit +2 auf eine merkwürdige
Zugwiederholung einging! :( Remis nach 16 Zügen:
[Event "Blitz=60' Stuttgart [Nemeth,Eduard]"]
[Site "?"]
[Date "2002.??.??"]
[Round "?"]
[White "Fritz 7006"]
[Black "Nemeth,Eduard"]
[ECO "C57"]
[Result "1/2-1/2"]
1. Nf3 {0} Nc6 {3} 2. e4 {0} e5 {1} 3. Bc4 {0} Nf6 {2}
4. Ng5 {0} d5 {1} 5. exd5 {0} Bg4 {8} 6. Nxf7 {0.94/13 76}
Qc8 {4} 7. f3 {1.97/14 141} Nd4 {11} 8. Nxh8 {4.09/13 87}
Bxf3 {4} 9. gxf3 {3.88/12 259} Qh3 {8} 10. Rf1 {3.28/11
136} Qh4+ {19} 11. Rf2 {3.03/12 0} Bc5 {15} 12. Kf1
{2.09/12 116} Qh3+ {44} 13. Ke1 {1.84/12 23} Qh4 {38}
14. Kf1 {2.13/12 87} Qh3+ {20} 15. Ke1 {1.75/13 67} Qh4
{13} 16. Kf1 {2.13/12 60} 1/2-1/2
Nun habe ich die wichtigsten Züge der Partie in ein "Test-Book! Abgespeichert
und liess Fritz 7.008 an die Stellung ran. Zunächst spielte F7008 auch
tatsächlich 14. Kf1? , aber später wechselte er zu dem weit besseren 14. d3!!
Hier der Beweis:
[Event "Bugbeseitigung [Nemeth,Eduard]"]
[Site "?"]
[Date "2002.??.??"]
[Round "?"]
[White "Fritz 7008"]
[Black "Nemeth,Eduard"]
[ECO "C57"]
[Result "*"]
1. Nf3 {0} Nc6 {2} 2. e4 {0} e5 {3} 3. Bc4 {0} Nf6 {2}
4. Ng5 {0} d5 {1} 5. exd5 {0} Bg4 {3} 6. Nxf7 {0} Qc8 {3}
7. f3 {0} Nd4 {2} 8. Nxh8 {0} Bxf3 {1} 9. gxf3 {0} Qh3 {2}
10. Rf1 {0} Qh4+ {3} 11. Rf2 {3.84/9 0} Bc5 {9} 12. Kf1
{2.69/11 45} Qh3+ {8} 13. Ke1 {1.75/13 87} Qh4 {6} 14. d3
{1.81/12 66} Nb3 {24} 15. Qe2 {1.34/12 28} *
Sehr gut gemacht von Frans Morsch (Congratulation Frans). Mit Testsets lässt
sich sowas nicht feststellen, da zeigt F7008 dieselben Ergebnisse wie F7006.
Zum Glück gibt es noch Spieler die NOCH selbst spielen , sonst wäre der BUG
vielleicht nie herausgekommen!
ÜBRIGENS: Bereits Fritz 6 hatte diesen BUG !!
Sowohl die obige als auch die untere Partie gegen Fritz6c spielte ich auf P600,
128 MB hash bei Blitz = 30'.
Fritz6c - Nemeth,Eduard
128MB, test.ctg, P600
1.Sf3 Sc6 2.e4 e5 3.Lc4 Sf6 4.Sg5 d5 5.exd5 Lg4 6.Sxf7 Dc8 7.f3 Sd4 8.Sxh8 Lxf3
9.gxf3 Dh3 10.Tf1 Dh4+ 11.Tf2 3.88/9 0 Lc5 12.Kf1 2.31/11 41 Dh3+ 13.Ke1 2.16/12
36 Dh4 14.Kf1 2.25/12 1:11 Dh3+ 15.Ke1 2.13/13 1:29 Dh4 16.Kf1 2.25/12 1:07 ½-½
Sie ist mit der ersten gegen Fritz 7.006 identisch.
Man sieht hier also dass dieser seltsame BUG bereits in früheren Fritzversionen
steckte - und er wurde nie entdeckt - bis vor Kurzem!!!
Ich hoffe dass mir wenigstens Frans da ein wenig dankbar ist (andere sind's
nicht) dass er seinen Fritz verbessern konnte. Gut hast Du das gemacht Frans mit
Fritz 7.008. Es ist wohl daher die beste Engine derzeit, sowohl für das Spielen
als auch für die Analyse. Weiter so Frans...ich werde am Ball bleiben!
Horizonteffekte!
Ich habe in einigen Beiträgen in PC-Foren schon darauf hingewiesen dass ein
Programm, wenn es sieht dass eine Zugwiederholung eine Bewertung von 0.00
ergibt, einen anderen Alternativzug wählt wenn dieser ebenfalls ein 0.00 ergibt.
Ein Programm versucht immer, eine Zugwiederholung zu umgehen! Manche sind der
Ansicht dass dieses Verhalten des Programms auch positive Seiten hat. In meine
Augen jedoch, überwiegen die negativen Seiten. Warum? Wenn der Alternativzug
auch nur eine Bewertung von 0.00 aus Sicht des ziehenden Programms zeigt, so ist
es eher so dass ein gleichstarker Gegner durchaus einen Halbzug später
mindestens "Dasselbe" voraussieht, wie jenes Programm das zuvor der
Zugwiederholung auszuweichen versucht. Die Gefahr dass durch einen solchen
Alternativzug, bedingt durch möglichen Horizont-Effekt plus falsch
abgespeicherte Lernfiles dieser Zugwiederholung (nicht dreifach Wiederholung!) ,
eine solche Partie noch verloren geht, ist in meine Augen größer als wenn das
Programm den klar erkennbaren Remiszug wählt ohne dieses Risiko einzugehen! Das
ist nur meine Meinung, und aus meiner Praxis kann ich sagen dass ich schon so
manche Partien auf diese Weise gegen Computer gewonnen habe. Eine solche Partie
spielte ich heute auch , und sie verdeutlicht mehr als alle anderen Partien
zuvor, die ich so gespielt habe, wie diese Praxis aussieht. Hier zunächst die
Partie, sowohl im Fritz Format wie auch in PGN. Gewählt habe ich hierzu ein
Testbuch bis Zug 10 von weiß:
Fritz 7008,P600,128MB - Nemeth,Eduard [C57]
Blitz30', 25.06.2002
[Nemeth,Eduard]
128MB, test.ctg, P600 1.Sf3 Sc6 2.e4 e5 3.Lc4 Sf6 4.Sg5 d5 5.exd5 Lg4 6.Sxf7 Dc8
7.f3 Sd4 8.Sxh8 Lxf3 9.gxf3 Dh3 10.Tf1 Dh4+ 11.Tf2 3.56/10 0 e4 12.Kf1
4.28/11 1:41 Lc5 13.c3 2.09/11 1:11 Dh3+ 14.Ke1 0.00/13 33 Sc2+ 15.Dxc2
0.00/14 0 Lxf2+ 16.Kxf2 0.00/13 1:10 Dxh2+ 17.Ke3 0.00/13 1:06 Dg1+
18.Kf4 0.00/11 12 Dh2+ 19.Ke3 0.00/16 0 Dg1+ 20.Ke2 0.00/13 1:27 Dg2+
21.Ke1 0.00/14 1:12 Dg3+ 22.Kf1 0.00/14 0 Dh3+ 23.Kg1 0.00/13 1:09 Dg3+
24.Kh1 -0.44/13 1:31 Dh3+ 25.Kg1 0.00/47 31 Dg3+ 26.Kh1 0.00/47 3 exf3
27.d4 -3.12/11 22 f2 28.Dxf2 -3.41/12 13 Dxf2 29.Sd2 -3.41/11 21 0–0–0
30.Sf7 -4.87/13 0 Sg4 31.Sf1 -6.75/13 52 Dxf7 32.Le2 -7.03/12 37 Dxd5+
33.Kg1 -7.62/14 16 Df5 34.Le3 -8.72/13 55 De4 35.Te1 -8.91/12 33 Sxe3
36.Lf3 -10.34/13 23 Dxf3 37.Txe3 -15.66/13 23 0–1
[Event "Blitz30' [Nemeth,Eduard]"]
[Site "?"]
[Date "2002.??.??"]
[Round "?"]
[White "Fritz 7008,P600,128MB"]
[Black "Nemeth,Eduard"]
[ECO "C57"]
[Result "0-1"]
1. Nf3 {0} Nc6 {3} 2. e4 {0} e5 {1} 3. Bc4 {0} Nf6 {1}
4. Ng5 {0} d5 {1} 5. exd5 {0} Bg4 {3} 6. Nxf7 {0} Qc8 {1}
7. f3 {0} Nd4 {2} 8. Nxh8 {0} Bxf3 {1} 9. gxf3 {0} Qh3 {3}
10. Rf1 {0} Qh4+ {5} 11. Rf2 {3.56/10 0} e4 {3} 12. Kf1
{4.28/11 101} Bc5 {64} 13. c3 {2.09/11 72} Qh3+ {14}
14. Ke1 {0.00/13 33} Nc2+ {98} 15. Qxc2 {0.00/14 0} Bxf2+
{4} 16. Kxf2 {0.00/13 71} Qxh2+ {28} 17. Ke3 {0.00/13 66}
Qg1+ {17} 18. Kf4 {0.00/11 13} Qh2+ {139} 19. Ke3 {0.00/16
0} Qg1+ {8} 20. Ke2 {0.00/13 88} Qg2+ {10} 21. Ke1 {0.00/14
72} Qg3+ {266} 22. Kf1 {0.00/14 0} Qh3+ {34} 23. Kg1
{0.00/13 69} Qg3+ {6} 24. Kh1 {-0.44/13 92} Qh3+ {32}
25. Kg1 {0.00/47 32} Qg3+ {3} 26. Kh1 {0.00/47 3} exf3
{189} 27. d4 {-3.12/11 22} f2 {9} 28. Qxf2 {-3.41/12 13}
Qxf2 {4} 29. Nd2 {-3.41/11 21} O-O-O {59} 30. Nf7 {-4.87/13
0} Ng4 {4} 31. Nf1 {-6.75/13 53} Qxf7 {0} 32. Be2 {-7.03/12
37} Qxd5+ {12} 33. Kg1 {-7.62/14 16} Qf5 {8} 34. Be3
{-8.72/13 56} Qe4 {8} 35. Re1 {-8.91/12 34} Nxe3 {7}
36. Bf3 {-10.34/13 24} Qxf3 {2} 37. Rxe3 {-15.66/13 23} 0-1
Diese Partie zeigt uns gleich einige interessante Aspekte:
r3k2N/ppp3pp/5n2/2bP4/2Bnp2q/5P2/PPPP1R1P/RNBQ1K2 w q –
Hier spielte weiß (Fritz 7.008) 13. c3!? Mit einer Bewertung von +2.09, um aber
gleich im nächsten Zug (nach 13...Qh3+) auf die Bewertung von 0.00 abzustürzen!
Das ist in meine Augen extrem!
Test: welches Programm sieht hier, WANN DAS danach ein 0.00 ergibt, siehe FEN?
In der Folge spielte Fritz immer den von mir erwähnten ALTERNATIVZUG, um einer
Zugwiederholung auszuweichen. Dadurch hatte das Programm irgendwann auch weniger
Zeit zur Verfügung - ein weiterer negativer Aspekt!
Im Zug 24 schnappte dann die Falle Horizonteffekt zu , denn statt Kf1 zog Fritz
7008 nach etwa 90" auf meinem Rechner Kh1? Um auf meinem Rechner diesen Fehler
zu erkennen, benötigt Fritz 7008 bei mir 3:11 Minuten, hier
(Um die Züge von Fritz 7008 hier richtig reproduzieren zu können , muss man
immer aus der Partie heraus , s.o. analysieren - FEN allein genügt nicht! Das
gilt besonders für diesen Fritzzug Kh1?, statt Kf1):
Fritz 7008,P600,128MB - Nemeth,E
r3k2N/ppp3pp/5n2/3P4/2B1p3/2P2Pq1/PPQP4/RNB3K1 w q - 0 1
Analysis by Fritz 7:
24.Kh1 Dh3+ 25.Kg1
= (0.00) Tiefe: 8/28 00:00:01 329kN
24.Kh1 Dh3+ 25.Kg1
= (0.00) Tiefe: 9/27 00:00:01 487kN
24.Kh1 Dh3+ 25.Kg1
= (0.00) Tiefe: 10/36 00:00:03 1056kN
24.Kh1 Dh3+ 25.Kg1
= (0.00) Tiefe: 11/37 00:00:08 2967kN
24.Kh1 Dh3+ 25.Kg1
= (0.00) Tiefe: 12/41 00:00:26 9138kN
24.Kh1--
³ (-0.44) Tiefe: 13/39 00:01:29 28560kN
24.Kh1 exf3 25.d4 f2 26.Dxf2 Dxf2 27.Sd2 Sg4 28.Sf1 Kd7 29.d6 Txh8 30.dxc7
-+ (-3.16) Tiefe: 13/43 00:03:11 60820kN
24.Kf1!
= (0.00) Tiefe: 13/43 00:03:11 60820kN
24.Kf1
= (0.00) Tiefe: 14/14 00:03:11 60820kN
(Nemeth, Stuttgart 25.06.2002)
Zu spät auf Stufe 30"!
Aber schauen wir uns an was danach passiert, das ist ebenfalls interessant!
Statt nun den Gewinnzug 24...exf3! zu spielen , spielte ich noch einmal (also
NUR einmal) auf die Zugwiederholung Qh3+ ---> Qg3+. Und was machte Fritz 7008?
Obwohl er bereits im Zug 24 mit einer Bewertung von –0.44 Kh1? zog, machte er
denselben Fehler wieder (Kf1 ist besser nicht wahr?) ! Und in welcher Tiefe
spielte Fritz das? In Tiefe 47, 26. Kh1? Fritz 7008 ging einfach davon aus,
dass weiß wieder Qh3+ spielen würde, aber als dann 26...exf3 folgte, fiel
Fritzchen aus allen Wolken!
Noch einmal :
Zug 22. Kf1 Qh3+ 23. Kg1 Qg3+ --> und hier wechselt Fritz 7 zu 24. Kh1?? weil er
nach 24. Kf1 den Zug Qh3+ als Zugwiederholung (Zug 22) erkennt und erwartet.
Er will ausweichen. Nach 90 sek. dämmert es Fritz langsam, dass Kh1 falsch ist
(sieh Bewertung -0.44), aber erst meine spätere Analyse ergab, dass Fritz 7
3:14
Minuten auf meinem Rechner benötigt um zu Kf1 umzuschwenken!
Nachdem ich dann 24...Dh3+ spielte (statt exf3) erwartete Fritz 7.008
tatsächlich eine Zugwiederholung, das sieht man an der maximalen (!) Suchtiefe
von 47/47 im Zug 25. Kg1 als auch im Zug 26. Kh1??? (fatal)! Da sollte Frans
Morsch etwas ändern.
Möge dieses Beispiel einige Programmierer dazu animieren, solche Dinge in ihren
Programmen noch zu verbessern !
Jenseits von Gut und Böse
Horizonteffekte!
Ich habe in einigen Beiträgen in PC-Foren schon darauf hingewiesen dass ein
Programm, wenn es sieht dass eine Zugwiederholung eine Bewertung von 0.00
ergibt, einen anderen Alternativzug wählt wenn dieser ebenfalls ein 0.00 ergibt.
Ein Programm versucht immer, eine Zugwiederholung zu umgehen! Manche sind der
Ansicht dass dieses Verhalten des Programms auch positive Seiten hat. In meine
Augen jedoch, überwiegen die negativen Seiten. Warum? Wenn der Alternativzug
auch nur eine Bewertung von 0.00 aus Sicht des ziehenden Programms zeigt, so ist
es eher so dass ein gleichstarker Gegner durchaus einen Halbzug später
mindestens "Dasselbe" voraussieht, wie jenes Programm das zuvor der
Zugwiederholung auszuweichen versucht. Die Gefahr dass durch einen solchen
Alternativzug, bedingt durch möglichen Horizont-Effekt plus falsch
abgespeicherte Lernfiles dieser Zugwiederholung (nicht dreifach Wiederholung!) ,
eine solche Partie noch verloren geht, ist in meine Augen größer als wenn das
Programm den klar erkennbaren Remiszug wählt ohne dieses Risiko einzugehen! Das
ist nur meine Meinung, und aus meiner Praxis kann ich sagen dass ich schon so
manche Partien auf diese Weise gegen Computer gewonnen habe. Eine solche Partie
spielte ich heute auch , und sie verdeutlicht mehr als alle anderen Partien
zuvor, die ich so gespielt habe, wie diese Praxis aussieht. Hier zunächst die
Partie, sowohl im Fritz Format wie auch in PGN. Gewählt habe ich hierzu ein
Testbuch bis Zug 10 von weiß:
Fritz 7008,P600,128MB - Nemeth,Eduard [C57]
Blitz30', 25.06.2002
[Nemeth,Eduard]
128MB, test.ctg, P600 1.Sf3 Sc6 2.e4 e5 3.Lc4 Sf6 4.Sg5 d5 5.exd5 Lg4 6.Sxf7 Dc8
7.f3 Sd4 8.Sxh8 Lxf3 9.gxf3 Dh3 10.Tf1 Dh4+ 11.Tf2 3.56/10 0 e4 12.Kf1
4.28/11 1:41 Lc5 13.c3 2.09/11 1:11 Dh3+ 14.Ke1 0.00/13 33 Sc2+ 15.Dxc2
0.00/14 0 Lxf2+ 16.Kxf2 0.00/13 1:10 Dxh2+ 17.Ke3 0.00/13 1:06 Dg1+
18.Kf4 0.00/11 12 Dh2+ 19.Ke3 0.00/16 0 Dg1+ 20.Ke2 0.00/13 1:27 Dg2+
21.Ke1 0.00/14 1:12 Dg3+ 22.Kf1 0.00/14 0 Dh3+ 23.Kg1 0.00/13 1:09 Dg3+
24.Kh1 -0.44/13 1:31 Dh3+ 25.Kg1 0.00/47 31 Dg3+ 26.Kh1 0.00/47 3 exf3
27.d4 -3.12/11 22 f2 28.Dxf2 -3.41/12 13 Dxf2 29.Sd2 -3.41/11 21 0–0–0
30.Sf7 -4.87/13 0 Sg4 31.Sf1 -6.75/13 52 Dxf7 32.Le2 -7.03/12 37 Dxd5+
33.Kg1 -7.62/14 16 Df5 34.Le3 -8.72/13 55 De4 35.Te1 -8.91/12 33 Sxe3
36.Lf3 -10.34/13 23 Dxf3 37.Txe3 -15.66/13 23 0–1
[Event "Blitz30' [Nemeth,Eduard]"]
[Site "?"]
[Date "2002.??.??"]
[Round "?"]
[White "Fritz 7008,P600,128MB"]
[Black "Nemeth,Eduard"]
[ECO "C57"]
[Result "0-1"]
1. Nf3 {0} Nc6 {3} 2. e4 {0} e5 {1} 3. Bc4 {0} Nf6 {1}
4. Ng5 {0} d5 {1} 5. exd5 {0} Bg4 {3} 6. Nxf7 {0} Qc8 {1}
7. f3 {0} Nd4 {2} 8. Nxh8 {0} Bxf3 {1} 9. gxf3 {0} Qh3 {3}
10. Rf1 {0} Qh4+ {5} 11. Rf2 {3.56/10 0} e4 {3} 12. Kf1
{4.28/11 101} Bc5 {64} 13. c3 {2.09/11 72} Qh3+ {14}
14. Ke1 {0.00/13 33} Nc2+ {98} 15. Qxc2 {0.00/14 0} Bxf2+
{4} 16. Kxf2 {0.00/13 71} Qxh2+ {28} 17. Ke3 {0.00/13 66}
Qg1+ {17} 18. Kf4 {0.00/11 13} Qh2+ {139} 19. Ke3 {0.00/16
0} Qg1+ {8} 20. Ke2 {0.00/13 88} Qg2+ {10} 21. Ke1 {0.00/14
72} Qg3+ {266} 22. Kf1 {0.00/14 0} Qh3+ {34} 23. Kg1
{0.00/13 69} Qg3+ {6} 24. Kh1 {-0.44/13 92} Qh3+ {32}
25. Kg1 {0.00/47 32} Qg3+ {3} 26. Kh1 {0.00/47 3} exf3
{189} 27. d4 {-3.12/11 22} f2 {9} 28. Qxf2 {-3.41/12 13}
Qxf2 {4} 29. Nd2 {-3.41/11 21} O-O-O {59} 30. Nf7 {-4.87/13
0} Ng4 {4} 31. Nf1 {-6.75/13 53} Qxf7 {0} 32. Be2 {-7.03/12
37} Qxd5+ {12} 33. Kg1 {-7.62/14 16} Qf5 {8} 34. Be3
{-8.72/13 56} Qe4 {8} 35. Re1 {-8.91/12 34} Nxe3 {7}
36. Bf3 {-10.34/13 24} Qxf3 {2} 37. Rxe3 {-15.66/13 23} 0-1
Diese Partie zeigt uns gleich einige interessante Aspekte:
r3k2N/ppp3pp/5n2/2bP4/2Bnp2q/5P2/PPPP1R1P/RNBQ1K2 w q –
Hier spielte weiß (Fritz 7.008) 13. c3!? Mit einer Bewertung von +2.09, um aber
gleich im nächsten Zug (nach 13...Qh3+) auf die Bewertung von 0.00 abzustürzen!
Das ist in meine Augen extrem!
Test: welches Programm sieht hier, WANN DAS danach ein 0.00 ergibt, siehe FEN?
In der Folge spielte Fritz immer den von mir erwähnten ALTERNATIVZUG, um einer
Zugwiederholung auszuweichen. Dadurch hatte das Programm irgendwann auch weniger
Zeit zur Verfügung - ein weiterer negativer Aspekt!
Im Zug 24 schnappte dann die Falle Horizonteffekt zu , denn statt Kf1 zog Fritz
7008 nach etwa 90" auf meinem Rechner Kh1? Um auf meinem Rechner diesen Fehler
zu erkennen, benötigt Fritz 7008 bei mir 3:11 Minuten, hier
(Um die Züge von Fritz 7008 hier richtig reproduzieren zu können , muss man
immer aus der Partie heraus , s.o. analysieren - FEN allein genügt nicht! Das
gilt besonders für diesen Fritzzug Kh1?, statt Kf1):
Fritz 7008,P600,128MB - Nemeth,E
r3k2N/ppp3pp/5n2/3P4/2B1p3/2P2Pq1/PPQP4/RNB3K1 w q - 0 1
Analysis by Fritz 7:
24.Kh1 Dh3+ 25.Kg1
= (0.00) Tiefe: 8/28 00:00:01 329kN
24.Kh1 Dh3+ 25.Kg1
= (0.00) Tiefe: 9/27 00:00:01 487kN
24.Kh1 Dh3+ 25.Kg1
= (0.00) Tiefe: 10/36 00:00:03 1056kN
24.Kh1 Dh3+ 25.Kg1
= (0.00) Tiefe: 11/37 00:00:08 2967kN
24.Kh1 Dh3+ 25.Kg1
= (0.00) Tiefe: 12/41 00:00:26 9138kN
24.Kh1--
³ (-0.44) Tiefe: 13/39 00:01:29 28560kN
24.Kh1 exf3 25.d4 f2 26.Dxf2 Dxf2 27.Sd2 Sg4 28.Sf1 Kd7 29.d6 Txh8 30.dxc7
-+ (-3.16) Tiefe: 13/43 00:03:11 60820kN
24.Kf1!
= (0.00) Tiefe: 13/43 00:03:11 60820kN
24.Kf1
= (0.00) Tiefe: 14/14 00:03:11 60820kN
(Nemeth, Stuttgart 25.06.2002)
Zu spät auf Stufe 30"!
Aber schauen wir uns an was danach passiert, das ist ebenfalls interessant!
Statt nun den Gewinnzug 24...exf3! zu spielen , spielte ich noch einmal (also
NUR einmal) auf die Zugwiederholung Qh3+ ---> Qg3+. Und was machte Fritz 7008?
Obwohl er bereits im Zug 24 mit einer Bewertung von –0.44 Kh1? zog, machte er
denselben Fehler wieder (Kf1 ist besser nicht wahr?) ! Und in welcher Tiefe
spielte Fritz das? In Tiefe 47, 26. Kh1? Fritz 7008 ging einfach davon aus,
dass weiß wieder Qh3+ spielen würde, aber als dann 26...exf3 folgte, fiel
Fritzchen aus allen Wolken!
Noch einmal :
Zug 22. Kf1 Qh3+ 23. Kg1 Qg3+ --> und hier wechselt Fritz 7 zu 24. Kh1?? weil er
nach 24. Kf1 den Zug Qh3+ als Zugwiederholung (Zug 22) erkennt und erwartet.
Er will ausweichen. Nach 90 sek. dämmert es Fritz langsam, dass Kh1 falsch ist
(sieh Bewertung -0.44), aber erst meine spätere Analyse ergab, dass Fritz 7
3:14
Minuten auf meinem Rechner benötigt um zu Kf1 umzuschwenken!
Nachdem ich dann 24...Dh3+ spielte (statt exf3) erwartete Fritz 7.008
tatsächlich eine Zugwiederholung, das sieht man an der maximalen (!) Suchtiefe
von 47/47 im Zug 25. Kg1 als auch im Zug 26. Kh1??? (fatal)! Da sollte Frans
Morsch etwas ändern.
Möge dieses Beispiel einige Programmierer dazu animieren, solche Dinge in ihren
Programmen noch zu verbessern !
Jenseits von Gut und Böse
Die folgende Stellung (von Eduard Nemeth 30.06.02) zeigt einmal wieder, dass es
Stellungen, gibt die für Fritz 7 jenseits von Gut und Böse anzusiedeln sind. Wie
ich bereits in meinem Beitrag "Horizonteffekte" gezeigt habe, ist Fritz 7 öfter
nicht in der Lage den richtigen Dreh zu finden.
8/8/p3R3/1p5p/1P5p/6r1/PP3K1p/7k w - - 0 1
Diese Stellung da ist für die meisten Programme ein Kinderspielzeug, ich habe
sie auch Yace 0.9956 vorgelegt, und ich kann mir denken dass Dieter Buerssner
mir (würde er die Fritzanalyse nicht kennen) sagen würde: "hör endlich auf mit
diesem Kinderkram"! Nun, ich würde antworten: "ja, Du hast im Prinzip recht aber
wir haben ja noch Fritz, unseren aller Darling, oh wie sehr ich es mag mit Fritz
zu analysieren, da klopft mir tatsächlich das Herz manchmal schneller und ich
bin manchmal daher doof genug, mit Fritz auch solche Stellungen zu analysieren!"
(Dieter ich hoffe dass Du etwas Spass verstehst, falls Du liest?).
Also zunächst hier Yace 09956:
Engine: Yace 0.99.56
von Dieter Buerssner
11.20 0:01 -0.42 1.Te1+ Tg1 2.Tf1 h3 3.b3 h4 4.a3 a5 5.bxa5 b4 6.axb4 Txf1+
7.Kxf1 (485.314) 346.4
12.01 0:01 +M9++ 1.Te1+ Tg1 2.Tf1 h3 3.b3 h4 4.a3 a5 5.bxa5 b4 6.a6 Txf1+ 7.Kxf1
bxa3 8.a7 a2 9.a8D+ (485.658) 346.4
12.01 0:01 +M9 1.Te1+ Tg1 2.Tf1 h3 3.b3 h4 4.a3 a5 5.bxa5 b4 6.a6
Mate in 1 sek.!!!
Und nun Fritz 7008:
8/8/p3R3/1p5p/1P5p/6r1/PP3K1p/7k w - - 0 1
Analysis by Fritz 7:
µ (-1.28) Tiefe: 17/29 00:00:32 10036kN
1.Te1+!
µ (-0.72) Tiefe: 17/29 00:00:32 10037kN
1.Te1+!
³ (-0.44) Tiefe: 18/28 00:00:35 11091kN
1.Te1+!
= (0.00) Tiefe: 18/28 00:00:35 11093kN
1.Te1+--
³ (-0.44) Tiefe: 19/33 00:00:40 12847kN
(Nemeth, Stuttgart 30.06.2002)
Nun, mehr sah ich nach 10' Analyse nicht, und brach sie ab.
Warum kommt Fritz 7008 nicht in die nächste Tiefe, und wenn
wann?
Bei der hier oben erwähnten Stellung, bekamen einige Tester inzwischen
Verschiedene Analysen von Fritz 7008. Nachdem auch ich mehrmals testete
(Verringerung der hashtabellen von 128 Mb auf 64 Mb , sowie Einschalten
und Abschalten von Tablebases, sogar der PC lag mehrere Stunden im Ruhezustand)
ergeben sich verschiedene Analysen von Fritz 7.008
Bei Frank Rahde mit den Tablebases:
Nemeth-Stellung
8/8/p3R3/1p5p/1P5p/6r1/PP3K1p/7k w - - 0 1
Analysis by Fritz 7:
1.a3 Tg2+ 2.Kf1 Txb2 3.Txa6 Tb3 4.Tf6 Txa3 5.Tf4 h3 6.Kf2 Ta2+
-+ (-3.66) Tiefe: 11/28 00:00:03 1548kN
-+ (-3.62) Tiefe: 16/29 00:00:19 9144kN
1.Te1+!
= (0.00) Tiefe: 16/29 00:00:20 9790kN
+- (#9) Tiefe: 23/34 00:01:46 61777kN, tb=1
(Rahde, Dresden 30.06.2002)
Interessant ist hier der Sprung von Suchtiefe 16/29 zu 23/34 mit Mattansage aber
ohne Variante!
Ohne die TBs bei Frank Rahde, sieht es dann so aus:
Nemeth-Stellung
8/8/p3R3/1p5p/1P5p/6r1/PP3K1p/7k w - - 0 1
Analysis by Fritz 7:
1.Te1+!
= (0.13) Tiefe: 23/34 00:01:53 61705kN
1.Te1+!
+- (#9) Tiefe: 23/34 00:01:54 61782kN
(Rahde, Dresden 30.06.2002)
Bei mir (samt TBs, aber verringertem Hashwert) sah es irgendwann nach einigen
Versuchen so aus:
8/8/p3R3/1p5p/1P5p/6r1/PP3K1p/7k w - - 0 1
Analysis by Fritz 7:
11.Te1+--
= (0.00) Tiefe: 22/35 00:01:45 40808kN
1.Te1+
= (0.00) Tiefe: 22/35 00:01:54 44753kN
1.Te1+!
= (0.13) Tiefe: 23/34 00:02:38 61729kN, tb=8
1.Te1+!
+- (#9) Tiefe: 23/34 00:02:39 61807kN, tb=8
(Nemeth, Stuttgart 30.06.2002)
Da ein weiterer Tester meine erste Analyse bestätigte, so finde ich keine
Erklärung für dieses seltsame Verhalten von Fritz 7.
Als Fazit bleibt dennoch festzustellen dass für ein Programm wie Fritz 7 selbst
eine Zeit von 2 Min. zu langsam ist – das sind einige Amateure sogar schneller!
Die Nullmove Problematik bei Fritz ist also noch immer seine große
Schwachstelle, die folgende Stellung beweist das noch drastischer.
Matt in 11 Zügen
8/8/p1p1R3/1p5p/1P5p/6r1/PPP2K1p/7k w - - 0 1
Meine Daten zur folgenden Analyse von Fritz 7.008
GUI= Fritz 7
TBs= 4+5 Steiner von der S5-CD
Hash= 64 Mb
8/8/p1p1R3/1p5p/1P5p/6r1/PPP2K1p/7k w - - 0 1
Analysis by Fritz 7008:
1.Te1+!
³ (-0.41) Tiefe: 20/32 00:02:02 39805kN
1.Te1+--
³ (-0.69) Tiefe: 21/37 00:03:04 62320kN
1.Te1+
³ (-0.69) Tiefe: 21/39 00:03:40 78353kN
(Nemeth, Stuttgart 30.06.2002)
Bei anderen Testern sieht das ähnlich aus, Frank Rahde beschreibt es so,
ebenfalls hier mit 64 Mb hash:
„hier mein F7-Ergebnis“
8/8/p1p1R3/1p5p/1P5p/6r1/PPP2K1p/7k w - - 0 1
Analysis by Fritz 7:
1.Te1+!
+- (2.41) Tiefe: 25/46 00:09:59 309299kN
1.Te1+!
+- (2.69) Tiefe: 25/47 00:10:04 311438kN
1.Te1+!
+- (3.25) Tiefe: 25/47 00:10:11 315869kN
„nix mit Matt in 11! Hier brach ich einfach mal ab...“
Und nun auch hier wieder Yace 0.99.56 von Dieter Buerssner:
Engine: Yace 0.99.56
von Dieter Buerssner
15.01 0:08 +7.01++ 1.Te1+ Tg1 2.Tf1 h3 3.b3 c5 4.bxc5 a5 5.c6 a4 6.c7 Txf1+
7.Kxf1 h4 (3.344.373) 381.4
15.01 0:10 +M11 1.Te1+ Tg1 2.Tf1 h3 3.b3 h4 4.c3 a5 5.bxa5 (4.296.759) 406.3
Wollen wir dennoch hoffen dass auch Fritz bei Nullzugstellungen irgendwann
soweit verbessert wird dass er sich auch in der Standardeinstellung
(Selektivität = 2) mit den anderen Programmen messen kann! Schaltet man die
Nullzug Heuristik bei Fritz 7 aus, so hat er dann natürlich kaum Probleme mehr
damit (Sel.= 0)!
Ich habe am Anfang meines Artikels hier Fritz 7 zurecht gelobt, den die Nullzug
Heuristik wurde im Vergleich zu Fritz 6 deutlich verbessert (siehe erste
Teststellungen hier dazu), aber im Vergleich zu anderen Spitzenprogrammen hinkt
Fritz hier leider noch etwas nach.
Eduard Nemeth, 30.06.02
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Last modified: Thu, 15 Apr 21 08:11:13 -0700
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