Author: Eduard Nemeth
Date: 09:54:22 07/01/02
Wie man mit schwarzen Steinen gegen Computer bestehen kann!
In meinem Artikel, der sich auf der Homepage von Schachcomputerwelt (komplett)
befindet, habe ich einige Anti-Computerstrategien erläutert. Neben den von mir
hauptsächlich beschriebenen geschlossenen Sizilianer, gibt es – wenn man die
weißen Steine führt – auch andere interessante Abspiele, da braucht man z.B.
nur auf die jüngsten Partien von Ilya Smirin oder Van Wely hinschauen.
Problematisch jedoch wird es wenn der Mensch gegen Computer die schwarzen Steine
führen muss (mal sehen was Kramnik hier gegen Fritz einfallen wird. Im Fall
Smirin haben wir gesehen dass er keine direkte Anticomputerstrategie wählte,
sondern eine Eröffnung die er besonders gut kennt (Königsindisch wurde einige
Male gespielt)!!
Mit schwarz kann man gegen Computer also nur bestehen, wenn man eine Eröffnung
wählt die man kennt + darin einige Neuerungen einbaut die SPEZIELL Computer
weniger verstehen als Menschen. Man weicht mit schwarz irgendwann vom normalen
weiteren Theorie-Pfad ab da man ja nicht gegen Menschen sondern gegen Computer
spielt. Das aber sollte man (im Gegensatz mit weißen Steinen) nicht nach wenigen
Zügen tun, sondern wenn die Hauptzüge der Eröffnung ausgespielt sind!
Übrigens: wenn Computer in einem Turnier gegen Menschen spielen so wird vom
Computerteam immer ein geheimes Buch kreiert – das käufliche Buch hätte ja viele
Löcher, und für einen GM wäre es leicht zu zerreißen! :)
Aber dann wenn der Computer gewonnen hat so heißt es natürlich dass ganz allein
der Computer gewonnen hat – ein Witz! Selbst beim Kramnik-Fritz Match wird die
Computerseite nach jeder Partie am Buch etwas ändern dürfen, oh warum kann das
der Computer denn nicht selbst? :)))
Aber hinterher - wenn? - dann hat natürlich allein der Computer gewonnen , zum
Ablachen, sorry!
Ich wollte ja auch mal gegen einen Computer im Duell gegen einen GM antreten.
Viele denken dass ich nur Schau machte. Das ist falsch. Ich hätte gespielt. Aber
der Sponsor stellte für mich unannehmbare Forderungen – ich erwähne nur zwei
davon:
a) ich müsse gegen eine neue, mir nicht bekannte Engine spielen
b) es würde ein Spezialbuch präpariert (mit Zitat: es ist nicht gut dass ich
einfach auf plumpe weise meine Fallen stellen könne die das käuflichen Buch
betreffen.
Ich aber bestand darauf dass ich nur gegen die Käufliche Version + Buch spiele,
und diese mir 14 Tage vorher vorliegt.
Ist das zuviel verlangt gewesen für einen Amateur? Ich denke nicht.
Mit schwarz, wie gesagt, wäre es enorm schwer gewesen. Hier hätte ich bei 30’
bestimmt nicht sofort von der Theorie abgewichen. Da ich ein Fanatiker bin im
Sinne von Perfektionismus, so hätte ich mich bestimmt 14 Tage fast rund um die
Uhr vorbereitet!!
Wie auch schon gesagt, hat jeder Spieler eine Lieblingseröffnung. Mir schwarz
sollte man diese auch gegen Computer wählen!
Eine meiner Lieblingseröffnungen in offenen Spielen ist z.B. das
Zweispringerspiel im Nachzuge! Hie habe ich viele Varianten früher ganz weit
ausanalysiert und fand auch manche interessante Ideen.
In meinem Posting über Horizonteffekte habe ich bereits gezeigt mit welcher
Falle ich im Zweispringerspiel nach Ng5 gespielt hätte. O.k. Das ist nun nicht
mehr heimlich aber ich denke dennoch lehrreich. Die Partie hätte ich zumindest
nicht verloren , eher gewonnen. Es gibt im Zweispringerspiel aber weiter
Varianten auf die man sich vorbereiten müsste.
(natürlich würde ich mich auch gegen Spanisch, Königsgambit, Ponziani etc.
vorbereitet haben wenn ich gegen einen PC gespielt hätte, aber bleiben wir
allein beim Zweispringerspiel, das ist Stoff genug)
Die folgende Partie zeigt, wie man gegen Fritz bestehen kann wenn er statt
4.Ng5, den Zug 4. 0-0 ohne Vorstoß von e5 (darauf komme ich ein anderes mal zu
sprechen) spielt:
[Event "Blitz30' [Nemeth,Eduard]"]
[Site "?"]
[Date "2002.06.26"]
[Round "1"]
[White "Fritz 7,P600,128Mb"]
[Black "Nemeth,Eduard"]
[ECO "C56"]
[Result "1/2-1/2"]
1. Nf3 {0} Nc6 {1} 2. e4 {0} e5 {1} 3. Bc4 {0} Nf6 {1}
4. d4 {0} exd4 {1} 5. O-O {0} Nxe4 {1} 6. Re1 {0} d5 {1}
7. Bxd5 {0} Qxd5 {2} 8. Nc3 {0} Qh5 {1 das wuerde ich hier
spielen} 9. Nxe4 {0} Be7 {3} 10. Bg5 {0 der Hauptzug!} Bg4
{2 statt Be6 halte ich diesen Zug für besser weil er in
Folge schnell ins Endgame abwickelt!} 11. Bxe7 {0.28/13 83}
Bxf3 {3} 12. gxf3 {0.31/13 74} (12. Nf6+ {4s} gxf6 {2s}
13. Bxf6+ {6s} Kd7 {1s} 14. Qxf3 {4s} Qxf3 {1s} 15. gxf3
{1s} Rhg8+ {1s und schwarz steht besser!}) 12... Nxe7 {4}
13. Qxd4 {0.47/12 31} O-O {3} 14. Nf6+ {0.28/13 71} gxf6
{3} 15. Rxe7 {0.28/11 8} Qxf3 {3} 16. Re3 {0.06/12 65} Qf5
{3 der einzige gute Zug, aber bis dahin habe ich die
Variante laengst ausanalysiert, schon vor einigen Jahren!}
17. Rg3+ {0.06/12 67} Kh8 {5} 18. Rd1 {-0.03/11 34} Rae8
{34} 19. Qxa7 {0.00/11 11} Qxc2 {5} 20. Qd4 {0.00/11 28}
Re5 21. Qg4 {0.00/11 0} Rg5 {15} 22. Qd4 {0.00/12 92 Hier
sah ich dass Fritz 7008 auf Zugwiederholung aus ist, also
warum nicht? Man sollte mit schwarz auch mit Remis
zufrieden sein oder?} Re5 {7} 23. Qg4 {0.00/11 20} Rg5 {5}
24. Qd4 {0.00/14 45} Re5 {3} 25. Qg4 {0.00/11 24} 1/2-1/2
Wie man sieht:
Wenn man sich gründlich vorbereitet , so kann man mit Schwarz
Auch bestehen gegen die Computer.
Eine weitere, und in meinen Augen gefährlichere Variante gegen Computer ist es,
wenn weiß statt 0-0 den Vorstoß e5!? wagt. Aus Sicht der Computer gegen Menschen
vermutlich das Beste.
Wie oben schon erwähnt, folgte ich hier 10 Züge einer dieser Varianten , und
nachdem ich mich durch Analysen versichert hatte dass eine NEUERUNG (s.o., nicht
schon nach dem 4. Zug!) Sinn macht weil der erwartete Zug von Fritz z.B. viel
Material abtauschen lässt, spielte ich sie im richtigen Moment aus!
In der kommentierten Partie in PGN, sage ich das, was ich während der Partie
dachte (samt Nachanalysen):
[Event "Blitz30' [Nemeth,Eduard]"]
[Site "?"]
[Date "2002.06.26"]
[Round "2"]
[White "Fritz 7008,P600,128Mb"]
[Black "Nemeth,Eduard"]
[ECO "C55"]
[Result "1/2-1/2"]
1. Nf3 {0} Nc6 {3} 2. e4 {0} e5 {2} 3. Bc4 {0} Nf6 {3}
4. d4 {0} exd4 {3} 5. e5 {0} d5 {2} 6. Bb5 {0} Ne4 {2}
7. Nxd4 {0} Bc5 {3} 8. Be3 {0} Bd7 {2} 9. Bxc6 {0} bxc6 {2}
10. O-O {0} Qe7 {2} 11. Re1 {0 die Hauptvariante} Rb8 $146
{2 mit dieser Neuerung, nach fundierter Analyse und den zu
erwartenden Zuegen von Fritz 7008, komme ich zum Fazit:
sehr gut spielbar!} 12. Nd2 {0.25/12 75} Bxd4 {10 Erwartet
durch meine Analyse!Nun folgt eine Generalabtausch.}
13. Bxd4 {0.34/12 6} Nxd2 {16} 14. Qxd2 {0.34/12 0 Es ist
ein Nachteil der offenen Spiele, aber gegen Computer mit
fundierten Analysen auch ein Vorteil: Wenn keiner einen
Fehler begeht, so kommt es zu einem Strohfeuer, das aber
schnell vergl ht.} c5 {6} 15. Be3 {0.25/14 67} d4 {6}
16. Bg5 {0.28/13 27} Qe6 {6} 17. c3 {0.34/12 27} h6 {47
Fritz wuerde die selben Zuege spielen. der Letze dient dazu
auch ein Schlupfloch zu schaffen.} 18. Bh4 {0.34/12 23} Qc4
{42} 19. Red1 {0.34/11 7} Be6 {38} 20. f4 {0.44/11 0}
(20. cxd4 Qxd4 21. Qxd4 cxd4 22. Rxd4 g5 23. Bg3 Rxb2
24. Ra4 Rb7 $11) 20... O-O {7} 21. b3 {0.63/13 37} Qxc3 {6
Damentausch fuer ein Turmendspiel mit ungleichfarbigen
Laeufern mit schwarz? Immer, danke!} 22. Qxc3 {0.69/14 38}
dxc3 {2} 23. Be7 {0.41/14 41} Rfc8 {3} 24. Bxc5 {0.28/15
76} Rb5 {13 Es ist immer wichtig Tempis zu gewinnen.}
25. b4 {0.28/13 25} a5 {3} 26. a3 {0.31/14 53} Ra8 {7}
27. Rac1 {0.28/14 31} (27. a4 Rxb4 28. Bxb4 axb4 $17)
27... axb4 {20} 28. axb4 {0.34/15 40} c2 {53} 29. Re1
{0.38/14 0} Bf5 {7} 30. h3 {0.47/15 45} h5 {5} 31. g4
{0.47/14 22 schOn gespielt von Fritz 7008 aber es bringt
ohne Damen nichts.} hxg4 {3} 32. hxg4 {0.44/14 26} Bxg4 {4}
33. Rxc2 {0.47/13 19 Nach Ra3! steht schwarz gleich. =}
1/2-1/2
Das folgende Partiefragment zeigt, wie man sich z.B. gegen Schottisch
auf einen Gegner wie Fritz vorbereiten könnte. Es gibt weitere offenen Spiele,
aber die Beispiele bis hierher zeigen den Plan, was nun genügen sollte.
In der folgenden Schottischen Partie folgte ich wieder der Hauptvariante des
Buches , und fand im richtigen Moment den Damentausch. Der darauf folgende
Zug b6!? (wie auch die Menschenpartie zeigt) erweist sich als ideal im Spiel
gegen Computer. Schwarz erreicht locker Ausgleich:
Fritz 7,P600128MB - Nemeth,Eduard [C45]
Blitz30', 2002
[Nemeth,Eduard]
128MB, Fritz7.ctg, P600 1.e4 0 1...e5 2 2.Sf3 0 2...Sc6 2 3.d4 Schottisch. 0
3...exd4 0 4.Sxd4 0 4...Sxd4 5 5.Dxd4 0 5...Df6 2 6.e5 0 6...Db6 2 7.Le3 0
7...Dxd4 natürlich sucht man den Damentausch, und findet ihn im Buch, und sogar
in der Hauptvariante! 2 8.Lxd4 0 Soweit die Hauptzüge der Hauptvariante.
8...b6!? Nachdem ich die Hauptvariante im Buch angeschaut hatte, habe ich hier
analysiert, und kann zum Ergebnis dass 8...b6 hier eine gegen Computer sehr gute
Neuerung ist. Gegen Computer ohne Damen auf dem Brett, samt einer gechlossenen
Stellung, das verspricht erstmal Ausgleich! 0 9.Sc3 0.53/13 94 [9.Sd2 Lb7 10.Sf3
h6 11.Ld3 Se7 12.0–0–0 c5 13.Le3 Sd5 14.Lc4 Sxe3 15.fxe3 Le7 16.Td2 Td8 17.Thd1
Lc6 18.c3 g5 19.a3 a5 20.Se1 Tf8 21.Sc2 f6 22.e6 dxe6 23.Lxe6 Txd2 24.Txd2 Ld8
25.g3 Ke7 26.Lf5 Lc7 27.b4 cxb4 28.cxb4 Td8 29.Txd8 Lxd8 30.Sd4 Ld7 31.Ld3 axb4
32.axb4 Lc7 ½–½ Schaffarczyk,A-Schinke,H/NRW-Liga II 1996 (32)] 9...Lb7 5
10.0–0–0 0.59/11 33 10...0–0–0 4 11.f3 0.50/12 60 11...f6 3 12.exf6 0.47/12 45
12...Sxf6 3 13.Ld3 0.47/12 36 13...Ld6 4 14.Kb1 Fritz fällt nicht viel ein.
0.44/12 48 14...a6= Es ist eine Stellung entstanden die man als schwarzer sich
gegen einen Computer nicht besser wuenschen koennte 7 ½–½
[Event "Blitz30' [Nemeth,Eduard]"]
[Site "?"]
[Date "2002.06.28"]
[Round "?"]
[White "Fritz 7,P600128MB"]
[Black "Nemeth,Eduard"]
[ECO "C45"]
[Result "1/2-1/2"]
1. e4 {0} e5 {2} 2. Nf3 {0} Nc6 {2} 3. d4 {Schottisch. 0}
exd4 {0} 4. Nxd4 {0} Nxd4 {5} 5. Qxd4 {0} Qf6 {2} 6. e5 {0}
Qb6 {2} 7. Be3 {0} Qxd4 {natürlich sucht man den
Damentausch, und findet ihn im Buch, und sogar in der
Hauptvariante! 2} 8. Bxd4 {0Soweit die Hauptzüge der
Hauptvariante.} b6 $5 {Nachdem ich die Hauptvariante im
Buch angeschaut hatte, habe ich hier analysiert, und kann
zum Ergebnis dass 8...b6 hier eine gegen Computer sehr gute
Neuerung ist. Gegen Computer ohne Damen auf dem Brett, samt
einer gechlossenen Stellung, das verspricht } 9. Nc3
{0.53/13 94} (9. Nd2 Bb7 10. Nf3 h6 11. Bd3 Ne7 12. O-O-O
c5 13. Be3 Nd5 14. Bc4 Nxe3 15. fxe3 Be7 16. Rd2 Rd8
17. Rhd1 Bc6 18. c3 g5 19. a3 a5 20. Ne1 Rf8 21. Nc2 f6
22. e6 dxe6 23. Bxe6 Rxd2 24. Rxd2 Bd8 25. g3 Ke7 26. Bf5
Bc7 27. b4 cxb4 28. cxb4 Rd8 29. Rxd8 Bxd8 30. Nd4 Bd7
31. Bd3 axb4 32. axb4 Bc7 {_-_
Schaffarczyk,A-Schinke,H/NRW-Liga II 1996 (32)}) 9... Bb7
{5} 10. O-O-O {0.59/11 33} O-O-O {4} 11. f3 {0.50/12 60} f6
{3} 12. exf6 {0.47/12 45} Nxf6 {3} 13. Bd3 {0.47/12 36} Bd6
{4} 14. Kb1 {Fritz fällt nicht viel ein. 0.44/12 48} a6 $11
{Es ist eine Stellung entstanden die man als schwarzer sich
gegen einen Computer nicht besser wuenschen koennte 7}
1/2-1/2
Fazit: wenn man sich in offenen Spielen gegen Computer gründlich vorbereitet,
so kann man sicher gegen die Computer bestehen.
In der ersten Partie zeige ich wie man in einer Variante bestehen kann die man
besonders gut kennt. Die zweite Partie zeigt, wie man auch in einer scharfen
Stellung eine Neuerung finden kann, mit der man das meiste Material abtauschen
kann, wonach ein Computer kaum noch gewinnen kann.
In der dritten Partie (s.o.) zeigte ich wie man schnell die Damen in einer
eigentlich sehr bekannten Variante tauschen kann, und mit einen simplen
Bauernzug locker ausgleichen kann. Na so etwas?
In den zwei letzen Partien wurden die Damen getauscht, das ist der Hauptplan!
Wie schon erwähnt, ist es in offenen Spielen am Leichtesten, eine Variante zu
finden in der sich viel Material tauschen lässt. Und wo das nicht funktioniert,
darüber habe ich bereits im Artikel HORIZONTEFFEKTE berichtet: da stellt man dem
Computer eine Falle, wie die als Anhang nochmals beigefügte Partie zeigt. Viel
schwieriger ist es mit schwarz einen Plan gegen Spanisch zu finden, weil man da
die Damen schlecht schnell tauschen kann. Aber mal sehen was sich da machen
lässt, darüber werde ich das nächste Mal berichten.
Hier noch die Partie mit der erwähnten Falle (Qc8!?) :
[Event "120'/40+60'20+30"]
[Site "?"]
[Date "2002.??.??"]
[Round "?"]
[White "Fritz 7, P600128Mb"]
[Black "Nemeth, Eduard"]
[ECO "C57"]
[Result "0-1"]
1. e4 {0} e5 {2} 2. Nf3 {0} Nc6 {2} 3. Bc4 {0} Nf6 {3}
4. Ng5 {0} d5 {2} 5. exd5 {0} Bg4 {4} 6. Nxf7 { 1.13/14
181} Qc8 {5} 7. f3 {1.97/14 162} Nd4 {5} 8. Nxh8 {4.09/13
94} Bxf3 {5} 9. Bb5+ {3.63/13 491} c6 {45} 10. gxf3
{3.84/13 163} Qh3 {5} 11. dxc6 {2.75/12 353} O-O-O {4}
12. cxb7+ {2.72/12 161} Kb8 {3} 13. Nf7 {2.34/12 362} Qh4+
{9} 14. Kf1 {5.28/9 4} Qh3+ {5} 15. Kf2 {0.00/14 345} Ne4+
{9} 16. fxe4 {1.59/12 235} Be7 {10} 17. d3 {-1.00/13 654}
Rf8 {42} 18. Bd7 {-4.75/11 221} Rxf7+ {115} 19. Bf5
{-#12/12 29} Nxf5 {46} 20. Qg1 {-#11/10 46} Qh4+ {9}
21. Ke2 { -#9/9 9} Nd4+ {4} 22. Qxd4 {-#7/7 4} Qg4+ {6}
23. Kd2 {-#6/7 6} exd4 {54} 24. Nc3 {-#5/5 54} Bg5+ {13}
25. Ke1 {-#4/4 13} Qh4+ {8} 26. Kd1 {-#6/8 1} dxc3 {11}
27. bxc3 {-#5/7 11} Qg4+ {4} 28. Ke1 {-#4/5 0} Bh4+ {10}
29. Kd2 {-#3/4 10} Qg2+ {6} 30. Kd1 { -#2/3 6} Qxh1+ {18}
31. Kd2 {-#1/2 18} Qe1# {3} 0-1
Die Spanische Partie ist kompliziert. Sowohl weiss als auch schwarz haben
Viele Möglichkeiten. Bedingt dadurch dass fast nichts getauscht wird
(ausgenommen
bei der Abtauschvariante) ergeben sich zwangsläufig viele Pläne. Weiter oben
habe ich gesagt
dass man gegen Computer mit schwarz eine Variante wählen soll die man besonders
gut
kennt, um dann im richtigen Moment abzuweichen von den ausgetretenen Pfaden der
Theorie! Noch besser ist es wenn man wie ich , schon viele Partien gegen
Computer gespielt hat und sich in der eigenen Datenbank umschaut.
Das habe ich heute gemacht, und sieh da ich wurde fündig! Ich fand eine Partie
mit einer sehr seltenen Variante wo der ich Fritz 6 mit einem Trojaner mit
schwarz kalt erwischt habe.
Was also drängt sich vor als Dasselbe erst einmal auch gegen Fritz 7 zu
probieren? Mehr als eine Partie zu verlieren geht ja nicht, nicht wahr! :)
Diese folgende Partie spielte ich heute (ich halte sie nun für eine der
schönsten Trojaner-Partien die ich je gespielt habe). Ich habe sie für den
interessierten Leser kommentiert:
[Event "Blitz30'"]
[Site "?"]
[Date "2002.07.01"]
[Round "?"]
[White "Fritz 7008"]
[Black "Nemeth,Eduard"]
[Result "0-1"]
[ECO "C70"]
{128MB, Fritz7.ctg, P600} 1. e4 {0} e5 {2 4} 2.
Nf3 {0 0} Nc6 {2 6} 3. Bb5 {0 0} a6 {1 4} 4. Ba4 {0 0} f6 {2 7} 5. O-O {0 0}
h5 {2 9} 6. d4 {1.06/12 74 0.81/13 98} d6 {7 14 Bis dahin war mir alles
bekannt, siehe Partie gegen Fritz 6.} 7. Be3 {1.25/11 48 Fritz 7008 weicht
hier von der Spielweise von F6 ab.} (7. d5 {1.13/13 93} b5 {4} 8. c4 {1.03/14
65} Na7 {8} 9. cxb5 {1.22/13 102} axb5 {4} 10. Bc2 {1.22/13 111} Bg4 {7} 11.
a4 {1.38/11 34} Nc8 {29} 12. Nc3 {1.69/11 27} Nh6 {53} 13. Nxb5 {2.31/10 14}
f5 {38} 14. h3 {2.94/10 14} Be7 {52} 15. hxg4 {4.53/11 12} hxg4 {5} 16. Ng5
{4.78/12 31} Bxg5 {7} 17. Bxg5 {4.78/12 0} Qxg5 {3} 18. Nxc7+ {5.09/10 15} Kf7
{8} 19. Nxa8 {4.91/10 10} f4 {57} 20. f3 {2.47/11 38} Qh4 {10} 21. Re1
{0.34/13 40} gxf3 {39} 22. Qxf3 {0.19/15 0} Ng4 {9} 23. g3 {-0.12/13 20} Qh2+
{6} 24. Kf1 {-0.12/12 0} Qxc2 {12} 25. Re2 {-0.59/13 43} Nh2+ {13} 26. Rxh2
{0.00/13 44} Rxh2 {71} 27. gxf4 {0.00/11 26} Kg8 {85} 28. a5 {-1.22/11 44} Rh4
{15} 29. fxe5 {-2.72/12 20} dxe5 {3} 30. Re1 {-3.72/12 30} Rf4 {7} 31. Qxf4
{-5.09/13 11} Qd3+ {46} 32. Re2 {-5.84/15 0} exf4 {3} 33. Kf2 {-7.50/13 28} g5
{49} 34. Nb6 {-7.53/12 23} g4 {13} 35. Ke1 {-8.94/12 14} f3 {154 0-1 Fritz
6a-Nemeth,E/Blitz:30',P600,64Mb 2000/[Nemeth]} ) 7.. Bg4 {31} 8. d5 {1.28/12
41} b5 {2 Offensichtliche Zuege sollte man gegen Computer immer schnell
ausfuehtren!} 9. Bb3 {1.09/13 97} Na5 {6} 10. h3 {1.03/11 25} Nh6 {24 Der
normale Plan beim Trojaner. Es soll auch f5 natuerlich noch kommen, aber erst
wenn der weisse Springer nicht auf das Feld g5 gelangen kann.} 11. hxg4
{3.25/12 21} hxg4 {6} 12. Nh4 {2.91/13 90} f5 {36 Jetzt! F7 wird nun die
Beute auf h8 abholen. So sind sie Programme in ihrem Charakter.} 13. Ng6
{3.53/11 30} f4 {21} 14. Nxh8 {5.03/12 23} Qh4 {7 schwarz spielt natuerlich
alles oder nichts und hofft auf den ueblichen Horizonteffekt bei F7008} 15.
Ng6 {7.03/12 31} Qh5 {3} 16. Nxf8 {5.50/12 104} Kxf8 {5} 17. Bd2 {5.50/11 88}
Nb7 {128 Es war wichtig, hier den toten weissen Laeufer auf b3 nicht zu
nehmen. Aus zweierlei Gruenden: erstens erwartet F7 das weil der Laeufer in
seinen Augen mehr wert ist als der Randspringer und er wird staendig diesen
Zug in der HV berechnen, was zur Folge hat dass die Drohungen am
Koenigsfluegel hinter seinen Berechnungshorizont geschoben werden. Zum
anderen bleibt die Stellung geschlossen.} 18. c4 {6.94/11 90} Kg8 {60 Plan:
Rf8!?} 19. cxb5 {4.19/11 83} axb5 {7} 20. Bb4 {5.88/11 70} Rf8 {12} 21. Nc3
{5.09/11 71} Rf6 {27 Plan: Rh6!?} 22. Nxb5 {5.00/10 12} Nf5 {55} 23. Re1
{3.88/10 0} f3 {190 Hier habe ich sehr lange ueberlegt. Der weisse Koenig darf
nicht entkommen, daher dieser Zug!} 24. Qd2 {1.94/9 24} g5 {13} 25. Red1
{-0.37/9 24 Fritz 7008 faellt nin langsam aus allen Wolken!} Rh6 {10} 26.
Qxg5+ {-#7/10 10 Na sowas? Gibt s das? Noch garnicht lange her dass sich F7008
im Vorteil sieht und nun sogar mit Mattansage gegen sich. Kaum zu glauben was
sich da tut!} Qxg5 {4} 27. Bd2 {-#6/8 4} Rh1+ {61 Ich spiele langsam, ich habe
noch viel viel Zeit. Nun nur nicht danebengreifen, verklicken kann man sich
auch.} 28. Kxh1 {-#5/6 61} Qh4+ {21} 29. Kg1 {-#4/5 21} g3 {12} 30. fxg3
{-#3/3 12} Qxg3 {9} 31. Kf1 {-#2/3 9} Qxg2+ {4} 32. Ke1 {-#1/2 4} Qg1+ {27
Matt, ja ja!} 0-1
after move 23...f3!
[D]6k1/1np3p1/3p1r2/1N1Ppn1q/1B2P1p1/1B3p2/PP3PP1/R2QR1K1 w - -
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Eduard Nemeth, 01.07.2002
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