Author: Eduard Nemeth
Date: 06:07:43 01/15/03
My Opinion: PC Vergleich: Großmeister contra Amateur! Wie viele wissen, glaube ich dass ein halbwegs guter und austrainierter Amateur gegen Computer mindestes gleich gut abschneiden kann wie ein GM, obwohl der GM im direkten Duell der klar bessere Spieler ist. Warum glaube ich dass das so ist? Hier einige Gesichtspunkte: 1. Eröffnung: Der GM ist jedem Amateur deutlich überlegen. Das theoretische Wissen eines GMs dürfte im Vergleich zum Amateur etwa 95% zu 5% liegen. Im Vergleich zum Computer aber, schneidet der GM aber schlechter ab, ganz abgesehen von der Tatsache dass im Computerspiel die Theorie keine Rolle spielt. Fazit: kein Vorteil für den GM! 2. Taktik: jeder GM ist dem Amateur hier klar überlegen, aber gegen den Computer ist er ähnlich wie bei der Theorie, deutlich schlechter! Taktisch kann kein Mensch mit dem Computer mithalten, ob GM ist oder Amateur! Praktisches Beispiel: gesetzt den Fall dass ich als Amateur 5 Züge tief rechnen kann und der GM schafft 10 Züge. Ein Computer aber rechnet deutlich tiefer, und ob er dann meine 5 Züge überrechnet oder die 10 Züge eines GMs, das Endresultat wird dasselbe sein. Fazit: kein Vorteil für den GM! 3. Strategisches Wissen: Der GM besitzt eine Unmenge an strategischem Wissen im Spiel gegen Menschen. Ich als Amateur bin da ein Nichts im Vergleich. Nun ist es aber so dass die neue Generation der Computer schon einiges an Basiswissen hat. Computer verstehen schon einiges über schwache und starke Felder, Bauernstrukturen die sich aus Eröffnungen ergeben (wichtig), offene – und halboffene Linien, rückständige Bauern und Isolanis, Läuferpaar und einiges mehr. Im Vergleich zum GM ist das dennoch genauso wenig Wissen wie das eines Amateurs, nur kommt nun ein anderer Faktor noch hinzu: nach normalen Theoriezügen (sagen wir 15) versteht ein GM die Stellung deutlich besser als der Computer, aber die brutale Rechenkraft des Computers kompensiert das mangelnde weitere Wissen (denn das Basiswissen hat er ja) und so kommt ein GM auch da am Computer nicht vorbei. Fazit: wieder kein Vorteil für den GM. 4. Das Endspiel: hier liegt der Vorteil ganz klar zugunsten vom GM. Das ist sein einziger Vorteil gegenüber dem Computer und Amateur! Eine Vorteilhafte Stellung wird der GM vermutlich gewinnen, der Amateur und Computer werden sich da schwer tun. Lediglich die Tatsache, wie oft der GM gegen einen Computer ein Endspiel erreichen würde ist noch unbeantwortet. Ich würde sagen, von 10 Partien etwa 2x, wobei er evtl. eine davon gewinnen würde. 5. Anti-Computer Strategie: Man muss kein GM sein um zu wissen wie man gegen Computer bestehen kann. Eine gut ausgearbeitete Anti-Computer Strategie vermag auch ein guter Amateur entwickeln (Killer inbegriffen). Die meisten GMs trainieren ja mit Computern im Prinzip nur für ihr Spiel gegen andere GMs, sie trainieren vermutlich in Blitzpartien viel Taktik, oder sie analysieren wichtige Varianten. Ein guter Amateur jedoch (dem es nicht um das Spielen gegen andere Menschen geht) kann durch Übung und Analysen mit Computern deutlich bessere Anti-Computer Strategien entwickeln als ein GM dessen bin ich mir sicher: Fazit: Vorteil Amateur. Alles in allem sehe ich daher keinen großen Unterschied in einem PC-Duell wenn sich der Amateur gründlich vorbereitet hat (der GM hingegen tingelt ja meist von Turnier zu Turnier). Insgesamt sehe ich in einem Vergleich GM contra Amateur daher folgende Tendenz: Im Blitz kann ein Amateur den GM schlagen (weil er bessere Anti-Computer Kenntnisse haben kann, zudem kann er Killer ansetzen die dem GM fremd sind). Tendenz: 60% zu 40% für den austrainierten Amateur. Im Aktivschach bis 30'/game: Tendenz 50% zu 50% Turnierstufe 2h: Hier hat der GM einige kleine Vorteile. Tendenz: 60% zu 40% für den GM. Eduard Nemeth: http://www.beepworld.de/members37/computerschach/
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Last modified: Thu, 15 Apr 21 08:11:13 -0700
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