Author: Eduard Nemeth
Date: 16:06:39 07/27/03
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>>Original german: >> >>Wenn Junior TBS braucht um Mattzusetzen, und das ist ok, dann eine Frage: >> >>Ist es Ok. wenn jeder Mensch im Spiel gegen Computer dann ebenfalls Datenbanken >>benützen darf? >> >>Alle Endgame Datenbanken? > >Das ist selbstverständlich OK. Am besten wäre jedoch wenn beide Seiten keine >Tablebases benutzen dürften. Richtig! (Leider kann ich aufgrund meines schlechten englisch nicht alles sagen was ich gerne möchte.) Mit der Angabe der 2 verschiedenen Pfaden wollte ich sagen dass sich die Datenbanken die das Programm benützt ganz woanders befinden als im Programm selbst. Das Programm hat lediglich Zugriff auf diese Datenbanken, ebenso verhält es sich mit den Eröffnungsbüchern. Von "künstlichen Intelligenz" kann hier keine Rede sein - im Gegenteil! Wenn ein GM tausende von Partien auswendig kennt, hunderte von Varianten in verschiedenen Eröffnungen und wichtige Kenntnisse sowie Intuition für Mittel- und Endspiel besitzt, so ist das 1000x höher zu bewerten, als die Blechkisten die, a) meist nur von ihrer Rechen-Power profitieren b) Zugriff auf große Eröffnungsbücher haben (und die werden vor wichtigen Matches sogar nach jeder Partie verändert, von Menschen wohlgemerkt (!). c) auf alle 3-5/6 Steiner TBs Zugriff haben. Ein Computer hat gar keine Intelligenz! Alles was in einem Schachprogramm steckt, ist von Menschen programmiert. Der Teil der sich im Motor (Engine) befindet, den kann ich noch als eine Art Programm-Intelligenz akzeptieren - dass es jedoch als selbstverständlich angesehen wird dass Computer sich weder psychisch noch Physisch plagen müssen um einfach auf Datenbanken zugreifen zu dürfen ist "der Hohn" für jeden Menschlichen Schachspieler! Ich sehe ja ein dass die TBS und die Eröffnungsbücher für Programme wichtig sind, aber dann soll man die vielen Menschen nicht für doof halten indem man ihnen vorgaukelt dass sie mit dem Kauf eines solchen Programms quasi einen GM in der "Westentasche" (so mal wörtlich) haben! Das Implementieren des Endspiels KNBK ist im Prinzip ein Kinderspiel für fast alle Programmierer. Warum wird das dann nicht gemacht? Ganz einfach: Programme werden sogut es geht (wo Datenbanken ja helfen) ausgeschlachtet, damit sie schneller und erfolgreicher (SSDF) spielen! Es wird am Code gespart damit er nicht bremst. Mir jedoch ist eine Engine die 10% langsamer ist viel lieber als ein Knotefresser der sich, wie in dem geschilderten Fall, nur auf seine Datenbanken verlassen kann! Ich hoffe dass endlich irgendwann das Konkurrenzdenken aufhört und dass die Programmierer dann auch bedacht sein werden, etwas mehr an Wissen in ihre Engines zu implementieren! Die Tablebases sind übrigens nicht immer förderlich, manchmal ist es sogar beim Analysieren besser sie abschalten zu können. Wie auch immer, das Beispiel mit Junior hat mir nun umso mehr klar gemacht, dass Computerschach eine völlig andere Disziplin ist als Menschenschach. Vergleiche sollte man daher keine machen um daraus eine ELO-Zahl für das Programm zu ermitteln! Aber was seh ich da oben? Shredder 7.04 hat in Argentinien eine Elo-Performance von über 2700 derzeit. Dabei ist Shredder vollgespickt mit Datenbanken. Nimm ihm alle weg (auch das Buch) was ist dann? Auch noch 2700 Elo? Jeder Mensch der gegen Computer Schach spielt, der spielt in Wahrheit zum großen Teil gegen eine von Menschen präparierte Bibliothek die etwas so groß ist wie eine ganze Bücherei! Was soll das? Solche Spiele haben garnichts gemeinsam mit einem fairen Match im Schach! Wie dämlich Computer sich ja anstellen können wenn man ihnen ihre wichtigen Datenbanken wegnimmt, das habe ich hier ja gezeigt. :))) Die Vergötterung der Schachprogramme geht mir daher gegen den Strich so, sorry! Wie gesagt: die Leistung eines GMs der sich alles wirklich erarbeiten und erlernen musste, ist 1000x höher zu würdigen als das simple Abklopfen von Datenbanken, um danach noch zu sagen: "ich bin besser als ein GM mit 2600 Elo". Ähm :( > >>Alle Opening Datenbanken? > >Das ist problematisch. Eröffnungszüge vom Bildschirm ablesen und am Brett >ausführen kann schließlich jeder. Man kann es bestimmt irgendwie einrichten dass Menschen ihre eigenen Datenbanken abfragen könnten während sie gegen Computer spielen. Endspiel + Eröffnung, einfach alles was man zur Verfügung hat! Natürlich darf dabei keine Engine mitlaufen, das ist klar. > >> >>Auf meinem PC befinden sich die TBS auf der Platte D:\Nalimov. Junior 8 jedoch >>ist auf C:\ installiert. >> >>Ich appelliere künftig dass in allen Turnieren jeder Mensch ebenfalls alle >>Datenbanken nutzen darf, denn der Computer tut im Prinzip dasselbe. > >Da Schachprogrammhersteller of auch Sponsoren sind werden diese Appelle nicht >erhört werden. Erst wenn die Schachprogramme gegen die besten Menschen >dominieren wird dies eingeführt werden um die Wettkämpfe wieder spannender zu >machen. Richtig! Derzeit ist alles nur Show wo jeder Geld verdient! Wenn es aber wirklich soweit sein wird dass die Computer dominieren, so würde ich als GM rechtlich KLAGEN und darauf bestehen dass die Blechkisten sich solange nicht Weltmeister nennen dürfen bis entweder der Mensch dieselben Mittel benützen darf, oder die Computer keine Bücher und Endspielhilfen mehr, sofern es NICHT in der Engine selbst integriert ist. Auch muss die Kiste in einem Duell auf 20 WM Partien alles selbt steuern können (neue Eröffnung etc..), sonst ist sie keine Künstliche Intelligenz und Identität und kann nie ein rechtmässiger WM genann werden. Durch die Nutzung von Datenbanken sind Computer zudem sozusagen "Advanced-Player"! Wer hätte diesen Vorteil nicht auch gerne? :-)) Eduard > >Michael > >> >>Im Schach kann man in der Regel nur mit K+Q, K+R, K+BB und K+NB mattsetzen. >>Meine Meinung ist die dass jedes Schachprogramm das können sollte - sonst ist >>er kein guter Schachspieler! >> >> >>Eduard
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Last modified: Thu, 15 Apr 21 08:11:13 -0700
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