Author: Eduard Nemeth
Date: 17:01:35 09/05/01
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On September 05, 2001 at 19:55:12, Eduard Nemeth wrote:
>On September 05, 2001 at 04:01:39, Janosch Zwerensky wrote:
>
>>
>>>>The ending KQKR is much harder to win than most players expect. Both GM Miles &
>>>>GM Browne have failed to win it against "perfect" computer play. It was once
>>>>thought such endings were easy and resignable, but computer analysis has changed
>>>>that viewpoint.
>>>>
>>>>Therefore a reasonable conclusion is your resignation is a blunder, though
>>>>perhaps a defensible decision due to your not knowing the effective methods of
>>>>defence. Only against a computer program armed with EGTBs is immediate
>>>>resignation okay. For a computer, it is a piece of cake.
>>>>
>>>>There is a way of defending called the 3rd rank defence, which you can get into
>>>>very easily in the position you give. The method of defence was unforeseen by
>>>>human players, which was discovered by computer analysis.
>>>>
>>>>A long time ago when the results of computer analysis were relatively new, a
>>>>friend of mine, an NM, got a hold of some of the Thompson EGTBs. He used them to
>>>>learn how to play KQKR perfectly. A nontrivial task.
>>>>
>>>>He did this for 2 reasons: (1) He thought by learning one type of really ending
>>>>well, it would afford some insight into playing endings more generally. (2) He
>>>>had the quite realizable fantasy of reaching this ending against an IM or GM and
>>>>stealing a draw.
>>>>
>>>>He told me about a trip to St. Johns Canada where there was a major tournament.
>>>>There, he ran into a guy who was challenging strong players to try to win this
>>>>ending against his computer. They almost always failed. Then he ran into my
>>>>friend and discovered to his astonishment that he could consistently beat the
>>>>computer in the minimum number of moves.
>>>>
>>>>All this should give you an idea of how difficult the ending actually is. When
>>>>the defending side has a pawn or more, the difficulty of winning is only
>>>>compounded.
>>>>
>>
>>>I cannot all this understand, sorry.
>>
>>Ok, I'll give a translation below:
>>(Hier die Übersetzung: )
>
>Danke für deise Übersetzung Janosch!
>
>Ich kann hier leider nur auf deutsch antworten, aber das möchte ich gerne tun
>weil ich das Thema sehr interessant finde. Für alle die deutsch lesen können
>hier meine Antwort:
>
>
>>
>>'Das Endspiel König+Dame gegen König+Turm ist viel schwerer zu gewinnen, als es
>>die meisten Spieler erwarten würden. Sowohl GM Miles als auch GM Browne sind bei
>>dem Versuch, es gegen die perfekte Verteidigung eines Computers zu gewinnen.
>>Früher dachte man, solche Endspiele wären einfach und aufgabereif (für die
>>schwächere Partei), aber die Ergebnisse der Computer-Analysen haben dazu
>>geführt, daß diese Meinung revidiert wurde.
>
>Ich habe das Schachspiel mit etwa 10 Jahren von meinem Vater gelernt. Mein
>Vater mochte es sehr gerne, Spektakuläres zu demonstrieren (habe es also von
>ihm geerbt :-). Eine der ersten Studien die ich jemals kannte war die folgende,
>in der mir mein Vater einen Trick zeigen wollte. Natürlich ging er davon aus
>dass das Endspiel Q gegen R leicht gewonnen wäre (es war Anfang der 70er Jahre):
>
>Saaverda (white wins):
>
>[D]8/8/1KP5/3r4/8/8/8/k7 w - - 0 0
>
>Heute würde ich aber nicht mehr auf den Trick mit der Pattwendung spielen,
>sondern versuchen mit R gegen Q dagegenzuhalten! Früher hätte ich es anders
>versucht.
>
>>Dementsprechend scheint die Schlussfolgerung berechtigt, daß Du einen Fehler
>>begangen hast, als Du Deine Partie aufgabst, wenn auch vielleicht einen Fehler,
>>den man insofern rechtfertigen kann, als Dir effektive Verteidigungsstrategien
>>für dieses Endspiel nicht bekannt gewesen sein dürften. Nur gegen einen mit
>>Endspieldatenbanken ausgerüsteten Computer ist eine sofortige Aufgabe der Partie
>>in einer solchen Situation gerechtfertigt. Denn für einen solchen Computer ist
>>die Gewinnführung ja ein Kinderspiel.
>
>Ja ich sehe das nun ein. Die Stellung aus der erwähnten Partie resultierte aber
>aus einer Showveranstaltung und wir näherten uns bereits der 6. Stunde. Ich
>brachte es einfach nicht mehr über mich daher weiterzuspielen, da dann alle auf
>den erlösenden Schlusssgong gewartet haben. In einer wichtigen Partie hätte ich
>aber bestimmt weitergespielt.
>
>>Es gibt in diesem Endspiel eine Verteidigungsstrategie, die im Englischen "third
>>rank defense" ("Drittreihenverteidigung") genannt wird, und aus der von Dir
>>angegebenen Stellung sind Positionen, in denen sie anwendbar wird, ziemlich
>>einfach zu erreichen. Menschliche Spieler wussten von dieser
>>Verteidigungsmethode nichts, sie wurde erst infolge der Computeranalysen
>>entdeckt.
>
>Oh, das ist mir neu!! Ich würde sehr gerne wissen wie man bei dieser Strategie
>vorgeht. Ich selbst habe natürlich auch schon Endspiele Q gegen R und Q gegen
>R+P geübt und weiss worauf es ankommt. Im Endspiel Q gegen R gibt es immer eine
>kritische Phase mit nur "einem" (!) möglichen Zug die Gewinnabwicklung zu ver-
>kürzen. Ebenso im Endspiel Q gegen R+P.
>
>>Vor längerer Zeit, als die Tablebase-Ergebnisse noch recht neu waren, bekam ein
>>Freund von mir, ein National Master, einige von Thompsons EGTB's in die Finger.
>>Er nutzte sie, um zu lernen, wie man das Endspiel KDKT perfekt spielt. Eine ganz
>>und gar nicht triviale Aufgabe.
>>Er tat das aus zwei Gründen:
>>(1) Er dachte, er könne vielleicht sein allgemeines Endspiel-Verständnis
>>verbessern, wenn er lernen würde, dieses eine Endspiel "wirklich gut" zu
>>spielen;
>
>Ja, ich find auch dass ein Meister das können muss!! Irgendwann bekam ich eine
>Partie zu Gesicht, zweier Top-Ten Spieler (Rapid-Chess), wo es einer der Spieler
>schaffte in 25 Sekunden mit Q gegen R zu gewinnen. Ich glaube es war Iwantschuck
>aber ich kann die Partie in der ChessBase Megabase 2001 nicht finden.
>Ich habe soeben in der Megabase 2001 nach solchen Endspielen gesucht, und fand
>419 Partien! Die Seite mit dem R schaffte immerhin 87 Remise!
>Zufällih stieß ich da nun auf eine "Simultan-Partie" des Weltklassespielers
>Jussupow der es tatsächlich geschafft hat mit R gegen Q zu remisieren, hier
>(im Jahr 2000):
>
>
>[Event "Essen Clock sim "]
>[Site "?"]
>[Date "2000.??.??"]
>[Round "1"]
>[White "Achenbach,Volker"]
>[Black "Jussupow,Artur"]
>[BlackElo "2625"]
>[ECO "C18"]
>[Result "1/2-1/2"]
>
>1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nc3 Bb4 4. e5 c5 5. a3 Bxc3+ 6. bxc3
>Ne7 7. Qg4 O-O 8. Bd3 f5 9. exf6 Rxf6 10. Bg5 Rf7 11. Qh4
>h6 12. Bxe7 Rxe7 13. dxc5 e5 14. Ne2 Nc6 15. Bb5 Bf5
>16. Rd1 Rf7 17. Qxd8+ Rxd8 18. Bxc6 bxc6 19. Kd2 g5 20. h3
>Bg6 21. f3 Rb7 22. Rb1 Rdb8 23. Rxb7 Rxb7 24. Nc1 Rb2
>25. Nd3 Bxd3 26. Kxd3 Kf7 27. h4 g4 28. fxg4 e4+ 29. Kd4
>Rxc2 30. g5 hxg5 31. hxg5 Kg6 32. Rh6+ Kxg5 33. Rxc6 Rd2+
>34. Ke5 Rd3 35. Rc8 e3 36. Rg8+ Kh6 37. Re8 Kg5 38. c6 Rxc3
>39. Rg8+ Kh4 40. Kxd5 e2 41. Re8 Rc2 42. Re3 Kg4 43. g3 Kh3
>44. Kd6 Kg2 45. g4 Kf2 46. Re5 e1=Q 47. Rxe1 Kxe1 48. c7
>Rd2+ 49. Kc6 Rc2+ 50. Kb7 Rb2+ 51. Kxa7 Rc2 52. Kb7 Rb2+
>53. Kc8 Ra2 54. g5 Rxa3 55. g6 Rg3 56. Kb7 Rb3+ 57. Kc6
>Rc3+ 58. Kd6 Rd3+ 59. Ke5 Re3+ 60. Kd4 Re8 61. g7 Ke2
>62. Kd5 Ke3 63. Kd6 Rg8 64. Ke6 Kd4 65. Kf7 Rc8 66. g8=Q
>Rxc7+ 67. Ke6 Rc6+ 68. Kf5 Rc5+ 69. Kf4 Rd5 70. Qc8 Kd3
>71. Qc1 Kd4 72. Qc2 Rd6 73. Qd2+ Kc5 74. Qc3+ Kd5 75. Kf5
>Rd7 76. Qd3+ Kc6 77. Qc4+ Kd6 78. Kf6 Rd8 79. Qd4+ Kc7
>80. Qc5+ Kd7 81. Qe7+ Kc8 82. Ke6 Rd1 83. Qf8+ Kc7 84. Qf4+
>Kc8 85. Qc4+ Kd8 86. Qb4 Kc8 87. Qb3 Rc1 88. Kd6 Rc7
>89. Qg8+ Kb7 90. Qg2+ Kb8 91. Qb2+ Kc8 92. Qb6 Rd7+ 93. Kc6
>Rd6+ 1/2-1/2
>
>Und hier die Stellung mit Q gegen R, ab Zug 67:
>
[D]6Q1/2r2K2/8/8/3k4/8/8/8 w - - 0 66
>
>Das zeichnet eben einen Weltkassespieler aus! ;-)
>
>
>>(2) Er hatte die sicherlich durchaus praktikable Vorstellung, er könne eines
>>Tages vielleicht dieses Endspiel gegen einen IM oder GM erreichen und diesem
>>dann einen halben Punkt wegnehmen.
>
>Ja, warum nicht? Oder sich in einem Simultan nicht zu blamieren? :)
>
>>Er erzählte mir einmal von einer Reise nach St. Johns, Canada, wo es ein
>>größeres Turnier gab. Dort traf er einen Menschen, der die Angewohnheit hatte,
>>starke Spieler zu dem Versuch aufzufordern, dieses Endspiel gegen seinen
>>Computer zu gewinnen. Sie scheiterten fast immer. Dann stiess er auf den schon
>>erwähnten Freund von mir, und musste feststellen, daß dieser regelmäßig den
>>Computer mit der bestmöglichen Anzahl von Zügen schlagen konnte.
>
>Interessant!
>
>>All das dürfte Dir ein Bild davon vermitteln, wie schwer dieses Endspiel zu
>>gewinnen ist. Wenn die schwächere Seite noch über einen oder mehrere Bauern
>>verfügt, werden die Schwierigkeiten natürlich nur noch größer.'
>
>Nun, in meinem Enspiel wäre alle Bauern schnell gefallen, so dass ich schon nur
>noch R gegen Q am Brett sah.
>
>>
>>Für vollständige Richtigkeit dieser Übersetzung kann ich natürlich nicht
>>garantieren, aber ich hoffe doch, daß sie in den wichtigeren Punkten
>>sinnerhaltend ist ;)...
>
>Vielen Dank nochmals für die Übersetzung, sowie für diese sehr ausführliche und
>interessante Betrachtung! Die Übersetzung hat sich für mich daher sehr gelohnt!
>
>Danke,
>Eduard
>
>>(I of course won't give a guarantee that this translation is completely correct,
>>but still I hope that it preserves the meaning of the original text at least as
>>far as its more important points are concerned ;)...)
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